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Feigenblatt

Geldstrafe für US-Söldner-Unternehmen in Honduras

28.11.2006  






Einem auf einer AP-Meldung beruhenden Bericht der International Herald Tribune vom Freitag zufolge wurde gegen ein US-Unternehmen in Honduras wegen der Ausbildung von Söldnern eine Geldstrafe verhängt.

Wie der Sprecher des honduranischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit, Santos Flores, bei einer Pressekonferenz sagte, hatte das honduranische Tochterunternehmen des US-Unternehmens Your Solutions 340 Honduraner, Chilenen und Nicaraguaner für Tätigkeiten als Söldner im Irak ausgebildet. Dies sei im Widerspruch zum Arbeitsrecht des Landes geschehen.

"Die Strafe wurde verhängt, weil das Unternehmen Söldner ausbildete und es ist eine Verletzung des Arbeitsrechts, ein Söldner zu sein, gleichgültig in welchem Land", so Flores. Er fügte hinzu, daß das in Chicago im US-Bundesstaat Illinois ansässige Unternehmen "in Honduras ohne Genehmigung tätig war." Benjamin Canales, Geschäftsführer der Tochtergesellschaft in Honduras, sei bereits vor sechs Monaten aus dem Land geflohen.

Bereits im September 2005 hatte die honduranische Regierung 211 Chilenen deportiert, die für eine „Ausbildung“ durch das Unternehmen nach Tegucigalpa gekommen waren. Dies wurde damals mit einem Bundesgesetz begründet, das die militärische Ausbildung von Ausländern innerhalb von Honduras untersagt.

Tatsächlich war die Tätigkeit des Unternehmens in Honduras aber keineswegs geheim oder auch nur versteckt. Schon Mitte Juni 2005 gab es Berichte, denen zufolge das Unternehmen "Personen mit Erfahrungen im Militär, bei der Polizei oder privaten Sicherheitsunternehmen" suchte, um sie "im Irak und anderen Ländern im Mittleren Osten" einzusetzen. Nach Aussage des Unternehmens sollten die Söldner im Irak monatlich mindestens 990 US-Dollar erhalten. Diese Summe ist zwar verglichen mit den üblichen Bezügen von Sicherheitsbediensteten in Honduras von etwa 250 US-Dollar durchaus hoch, angesichts der Verdienste von Söldnern im Irak - die je nach Risiko auch bei 1.000 US-Dollar pro Tag liegen können - allerdings bemerkenswert niedrig. Der Verdacht, daß Your Solutions hier eine äußerst attraktive Gewinnspanne erzielen konnte, ist sicherlich naheliegend.

Insbesondere vor diesem Hintergrund und angesichts der großen Zahl durch das Unternehmen ausgebildeter Söldner kann das nun verhängte Bußgeld von 25.000 US-Dollar nur als Feigenblatt bezeichnet werden. Offenbar sah sich die Regierung des Landes einerseits gezwungen, gegen Your Solutions vorzugehen, wollte dem Unternehmen aber andererseits keinen nennenswerten Schaden zufügen. Angesichts der engen wirtschaftlichen, politischen und immigrationspolitischen Verbindungen von Honduras mit den USA kann dies letztlich allerdings kaum verwundern.





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