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Wild-West-Manier

Immer wieder zivile Opfer durch Besatzer

03.12.2006  






Mehrere Berichte der vergangenen Tage belegen erneut, wie gering die Besatzer im Irak und in Afghanistan das Leben der Zivilbevölkerung tatsächlich schätzen.

So berichtete die britische BBC am Dienstag unter Berufung auf das US-Militär, daß US-Soldaten in der irakischen Stadt Ramadi ein Haus mit Panzergranaten beschossen, nachdem sie ihrerseits zuvor von zwei Männern vom Dach des Hauses aus beschossen worden waren - diese Behauptung stützt sich allerdings ausschließlich auf Angaben des US-Militärs, zumal hierbei keine "Koalitionsstreitkräfte" verwundet wurden.

Nach dem Beschuß des Hauses fanden das Haus durchsuchende US-Soldaten dann die Leichen von einem Mann und vier Mädchen im Alter zwischen 6 Monaten und 10 Jahren sowie eine verletzte Frau, die sich aber von den Soldaten - die nur Augenblicke zuvor vermutlich ihre Familie ausgelöscht hatten - nicht behandeln lassen wollte.

Am Sonntag berichtete Aljazeera dann, daß nach US-Angaben in dem westlich der irakischen Hauptstadt Baghdad, nahe der Stadt Garma, gelegenen Dorf al-Lihaib bei einem Luftangriff insgesamt 8 Menschen, darunter 2 Frauen und ein Kind, getötet wurden. Die getöteten Männer wurden in der Erklärung allesamt als "Terroristen" bezeichnet. Anwohner des Dorfes gaben die Zahl der getöteten Menschen hingegen mit 24 an. Bei dem Angriff seien mehrere Häuser zerstört worden.

Neben den Leichen der Frauen und des Kindes seien Waffen gefunden worden, so das US-Militär weiter. Da es sich hier wiederum allein um eine Behauptung des US-Militärs handelt und darüber hinaus bereits in der Vergangenheit derartige "Funde" seitens US-Soldaten inszeniert wurden, um den Tod von Unschuldigen so zu einem Erfolg umzumünzen kann dies allerdings kaum als Rechtfertigung für das Bombardement von Wohnhäusern angesehen werden. Ohnehin ist es im Irak üblich, daß in einem Haushalt zumindest eine Schußwaffe zur Selbstverteidigung vorhanden ist.

Zu einem weiteren solchen Fall kam es ebenfalls am Sonntag in der Stadt Kandahar im Süden Afghanistans, wie die International Herald Tribune meldete. Nachdem ein Konvoi des britischen Militärs von einem "Selbstmordbomber" mit einem Kleinbus angegriffen wurde, wobei 3 britische Soldaten verletzt wurden, eröffneten britische Soldaten das Feuer auf Zivilisten. Krankenhausmitarbeiter sagten, durch den Bombenangriff und die anschließenden Schüsse der britischen Soldaten seien insgesamt 3 Menschen getötet und 19 weitere verletzt worden. Reuters sprach in einer Meldung sogar von 8 Todesopfern. Wieviele der Todesopfer durch Schüsse der Soldaten getötet wurden, ist bisher nicht klar.

Major Luke Knittig, Sprecher der NATO in Kabul, sagte, die Soldaten hätten das Feuer auf "mindestens" ein ziviles Fahrzeug eröffnet, da sie einen weiteren Bombenangriff fürchteten, als Menschen und Fahrzeuge nach dem Angriff versuchten, an der Angriffsstelle vorbeizukommen. Hierbei sei mindestens ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden. Der britische Telegraph zitierte den britischen Oberstleutnant Andy Price mit der Aussage, daß es sich bei den Schüssen der Soldaten allein um "Warnungen" gehandelt habe - obgleich auch ihm zweifellos die Tatsache, daß Warnschüsse im Unterschied zu gezielten Schüssen eben gerade in die Luft abgegeben werden, bekannt ist.

Ein AP-Reporter sagte, er habe selbst gesehen, daß der britische Konvoi knapp einen Kilometer entfernt vom Ort des Angriffs auf eine Reihe von Fahrzeugen gefeuert und dabei mehrere Menschen getroffen habe.

Diese Darstellung wurde auch durch weitere Zeugenaussagen bestätigt.

"Mein Cousin und ich waren in einem Taxi auf dem Weg aus dem Dorf Nelgham in die Stadt, als britische Soldaten vorbeikamen", sagte Dost Muhammad, dessen Cousin Ab al-Khaliq durch die Schüsse der Soldaten verwundet worden ist. "Unser Fahrer verringerte die Geschwindigkeit und versuchte, am Straßenrand anzuhalten und die Briten kamen sehr nahe und begannen, zu feuern. Mein Cousin und der Fahrer wurden von ihnen getroffen. Ich sah, daß 6 weitere Menschen getroffen wurden."

Abd al-Rahim, den ein Schuß in der Leber getroffen hat, berichtete gegenüber seinen Ärzten, daß er auf einem Fahrrad auf der Straße Mirwais Mina, etwa 1,5 Kilometer vom Ort des Bombenangriffs entfernt, fuhr, als der britische Konvoi an ihm vorbeifuhr und auf ihn schoß.

Auch dieser Vorfall ist sicherlich kaum geeignet, die afghanische Bevölkerung davon zu überzeugen, daß es sich bei den Soldaten um eine "Schutztruppe" handelt.



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