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Overkill

Im Irak mit 1.000 Soldaten gegen 5 "Rebellen"

08.12.2006  






Wie AP am Freitag berichtete, hat das britische Militär die Gefangennahme von fünf "Rebellen" am Rande der südirakischen Stadt Basra bekanntgegeben. Das bemerkenswerte hieran ist allerdings der seitens der Besatzer hierfür betriebene Aufwand an Mensch und Material.

Der Sprecher der Besatzungstruppen im Südirak, der britische Major Charlie Burbridge, sagte, die an der gegen 03:00 Uhr begonnenen Razzia beteiligten britischen und dänischen Soldaten seien mit Schußwaffen, Panzerfäusten und einer am Straßenrand versteckten Bombe angegriffen worden. Hierbei seien allerdings weder Soldaten noch Zivilisten verletzt oder getötet worden. Es seien allerdings fünf Mitglieder eines "schurkischen, abgespaltenen Elements" einer der großen shiitischen Milizen im Irak gefangengenommen worden. Burbridge wollte keine genaueren Angaben zur Identität der Gefangenen oder zu ihrer Zugehörigkeit machen, sagte aber, sie seien für eine große Zahl von Angriffen in dem Gebiet direkt verantwortlich.

Bei der Razzia sind Burbridge zufolge fünf Häuser durchsucht worden. In einem der Häuser sei ein Waffenversteck mit Katyusha-Raketen, Bomben, Gewehren und Panzerfäusten gefunden worden, sagte er.

Dänische Einheiten waren von Norden auf die Häuser vorgerückt, während britische Soldaten in gepanzerten Fahrzeugen sich von Süden genähert hatten, so Burbridge. Weitere britische Einheiten waren in Booten beteiligt. Außerdem leisteten Hubschrauber und Kampfflugzeuge Unterstützung aus der Luft. Insgesamt waren nach Burbridges Aussage etwa 800 britische und rund 200 dänische Soldaten beteiligt, was er als die größte derartige Operation seit März 2003 - als unter Führung der USA der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen den Irak begann - im Südirak bezeichnete.

Der Einsatz derart massiver Militärgewalt wirft sicherlich einige Fragen auf, zumal wenn dies letztlich nur zur Gefangennahme von fünf vorgeblichen "Rebellen" und einem kaum als bedeutend zu bezeichnenden Waffenversteck führt.

Der naheliegendste Gedanke, daß die Militärführung glaubte, hier auf der Spur eines bedeutenden Widerstandskämpfers - oder, je nach Diktion, Terroristen - zu sein, erscheint wenig wahrscheinlich. Einerseits haben die Besatzer in der Vergangenheit in solchen Fällen "lieber ein Haus zuviel als zuwenig" aus der Luft bombardiert statt Bodentruppen zu entsenden, andererseits könnte es kaum eine deutlichere Warnung für einen Gesuchten geben als das Vorrücken derart großer Kampfverbände - das zweifellos nicht unbemerkt bleibt.

Andererseits drängt sich die Vermutung, daß durch den Einsatz solcher Übermachten das Risiko, in einen übermächtigen Hinterhalt zu geraten, verringert werden soll - insbesondere angesichts der Tatsache, daß bereits jetzt, nach nur acht Tagen, nach offiziellen Angaben der Besatzer mehr Besatzungssoldaten getötet worden sind, als im gesamten Monat März dieses Jahres. Tatsächlich wurden bisher mit rechnerisch 4,6 getöteten Soldaten pro Tag mehr Besatzer getötet als im bisher tödlichsten Monat dieses Jahres. Im Oktober wurden rechnerisch 3,6 Besatzungssoldaten pro Tag getötet. Sieht man von der Eroberung des Iraks selbst ab, so wurde die bisherige Quote dieses Monats nur ein einziges Mal, im April 2004 - und dies nur knapp - übertroffen.



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