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"Quasi-hysterische Europäer"

DaimlerChrysler und die Erderwärmung

10.01.2007  






Bei einem Arbeitsfrühstück am Rande der Detroit Motor Show machte Van E. Jolissaint, Chefökonom des Autokonzerns DaimlerChrysler, überdeutlich, wie wenig er von den wachsenden Klimaschutzbemühungen Europas hält, als er einem BBC-Bericht vom Mittwoch zufolge von "quasi-hysterischen" Europäern sprach.

Neben ihm stellten bei dem Frühstück auch die Chefökonomen von Ford und General Motors, Ellen Hughes-Cromwick und Mustafa Mohatarem, ihre Vorhersagen für die Verkäufe der Autoindustrie in diesem Jahr vor. Das Publikum rekrutierte sich dabei überwiegend aus Zulieferbetrieben. Weder Hughes-Cromwick noch Mohatarem widersprachen Jolissaints Einschätzung, die globale Erwärmung sei nur eine weit entfernte Gefahr, deren tatsächliches Ausmaß ungewiß sei.

Ökonomisch betrachtet sei es weitaus rationaler, Geld für die derzeitigen anderen großen Probleme - er sagte nicht, welche er meinte, eine Fortführung und Ausweitung der Angriffskriege der USA verspricht allerdings zweifellos höhere Profite für sein Unternehmen - auszugeben und nur kleine und begrenzte Schritte im Hinblick auf die Erderwärmung, beispielsweise eine geringe Erhöhung der Mineralölsteuer, zu unternehmen. Er sei, nachdem er mehr Zeit in der Konzernzentrale in Stuttgart verbracht habe, von der "Absurdität der europäischen Haltung" hinsichtlich der Erderwärmung "schockiert" gewesen.

Er sei außerdem überrascht gewesen, wieviel Unterstützung es bei DaimlerChrysler in Stuttgart für die seiner Ansicht nach "quasi-hysterische" Politik gibt, die einen Beigeschmack von "Chicken Little" habe - einem Huhn in einem US-Kinderbuch, das glaubt, der Himmel würde einstürzen, nachdem ihm eine Erbse auf den Kopf gefallen ist und dies lauthals verkündet.

Diese Aussagen Jolissaints als auch das Schweigen Kollegen von Ford und General Motors hierzu lassen doch erhebliche Zweifel an den Bekundungen, in Zukunft benzinsparendere Modelle bauen zu wollen, aufkommen. Tatsächlich zeigte sich Mohatarem von General Motors sogar überzeugt, daß der Ölpreis in diesem Jahr wieder sinken und dementsprechend die Nachfrage nach großen, viel Kraftstoff verbrauchenden Fahrzeugen wieder steigen werde.

Es scheint wenig wahrscheinlich, daß derart hochrangige Mitarbeiter keine Kenntnis von strategischen Planungen ihrer Unternehmen haben. Wenn sie sich also überzeugt zeigen, der Markt für benzinsparende Fahrzeuge werde eher kleiner, so ist kaum anzunehmen, daß derzeit bei diesen Unternehmen mit Hochdruck an der Entwicklung eben solcher Fahrzeuge gearbeitet wird.



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