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Ursache und Wirkung

Angriff auf Iran "befürchtet"

02.02.2007  






Am Mittwoch berichtete der britische Guardian, europäische Regierungen "befürchteten" zunehmend, daß die "Spannungen" zwischen den USA und dem Iran über das vorgebliche iranische Atomwaffenprogramm noch in diesem Jahr in einen Krieg münden könnten. Diese oder ähnliche Einschätzungen wurden von zahlreichen, auch deutschsprachigen Medien wiederholt.

Diese beruhen vorrangig auf zwei Entwicklungen - einerseits dem seit langem schwelenden Streit über die Ziele des iranischen Atomprogramms und andererseits der vorgeblichen "Einmischung" des Irans im Irak. Hinsichtlich der "Einmischung" im Irak "vermutet" das US-Militär - Beweise liegen hierfür keinerlei vor - daß "iranische Agenten" in einen Angriff auf ein US-Verbindungsbüro in der irakischen Stadt Karbala am 20. Januar verwickelt waren. Bei dem Angriff hatten mehrere "perfekt englisch sprechende" Männer in US-Militäruniformen, in auch von den Besatzern genutzten Geländewagen und mit US-Waffen mehrere Kontrollpunkte passiert und waren so zu dem Verbindungsbüro vorgedrungen, wo sie 4 US-Soldaten "entführten", die später durch Kopfschüsse getötet aufgefunden wurden. Ein fünfter Soldat war bereits bei einem Feuergefecht vor Ort getötet worden.

Das US-Militär wird nicht müde zu betonen, daß dies das erste Mal sei, daß ein derart aufwendiges Kommandounternehmen im Irak von Widerstandskämpfern durchgeführt worden sei. Dies wird als deutlicher Hinweis darauf bezeichnet, daß ein "ausländischer Geheimdienst" beteiligt gewesen sein müsse. Tatsächlich ist diese Annahme - daß Iraker, ungeachtet der Tatsache, daß zweifellos auch zahlreiche Mitglieder ehemaliger Eliteeinheiten und Geheimdienste unter Saddam Hussein nun Mitglieder des Widerstands sind, nicht in der Lage seien, einen solchen Angriff allein zu planen und durchzuführen - der einzige "Beweis" für eine ausländische - was nach US-Lesart gleichbedeutend mit iranische ist - Beteiligung. Daß die als Terrororganisation eingestuften Mujaheddin-e-Khalq, die seit Jahren mit Waffengewalt versuchen, die iranische Regierung zu stürzen, dabei sogar offiziell seitens der USA eine zumindest "freundliche" Behandlung, vermutlich aber noch weitaus mehr erhalten, scheint dabei nicht zu stören.

Genau wie in dem Fall der vorgeblichen iranischen "Einmischung" ist es den USA bisher in keiner Weise gelungen, Beweise für das vorgebliche - und von diesem immer wieder vehement bestrittenen - Atomwaffenprogramm des Irans vorzulegen. Internationale Abkommen räumen dem Iran ohne Einschränkung die zivile Nutzung von Atomenergie ein. Der "Streit" entzündet sich allein an dem Vorwurf, der Iran versuche so insgeheim in dem Besitz von Atomwaffen zu gelangen.

Die "Befürchtung", daß es zu einem weiteren völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA kommen könnte, ist sicherlich gerechtfertigt. Neben zwei Flugzeugträgerverbänden - der USS Dwight D. Eisenhower und der USS John C. Stennis - mit den entsprechenden Begleitschiffen befinden sich mittlerweile mit der Ende des vergangenen Jahres eingetroffenen USS Bataan und der schon zuvor dort stationierten USS Boxer auch zwei "amphibische Angriffsschiffe" - tatsächlich mit zahlreichen Hubschraubern und Kampfflugzeugen des Typs Harrier eher "kleine Flugzeugträger" vor der Küste des Irans oder auf dem Weg dorthin. Nach Eintreffen der Bataan und ihrer sechs Begleitschiffe mit insgesamt 2.200 Mann Besatzung sind nun rund 50 US-Kriegsschiffe im Persischen Golf und etwas außerhalb stationiert, während der Verband um die John C. Stennis sich noch auf dem Weg dorthin befindet.

USS Bataan
USS Bataan, Photo: US-Marine


Wie schon in der Vorbereitungsphase des Irakkriegs wird hier aber erneut Ursache und Wirkung verwechselt - und dies, obwohl sich die Bilder zum Verwechseln gleichen. Auch der Irak unter Saddam Hussein war immer wieder aufgefordert worden, sein vorgebliches Massenvernichtunswaffenprogramm offenzulegen - das, wie mittlerweile endgültig bekannt, gar nicht existierte, ebensowenig wie die dem Irak später alternativ vorgeworfene Unterstützung von "Al-Qaida".

Der immer weiter wachsende Aufmarsch von US-Truppen vor den Grenzen des Irans als auch die immer offener ausgesprochenen Drohungen sind eine offensichtliche Wiederholung der Strategie gegen den Irak. Tatsächlich hatte bereits im August 2005 der pensionierte US-General Paul Vallely in einem Interview die "Hoffnung" geäußert, eine Sperre der Straße von Hormuz für iranische Schiffe durch die US-Marine könnte den Iran "zu etwas Dummen treiben" - um "dann den Hammer auf sie niedergehen zu lassen". Vallely dachte bei diesem "Hammer" an einen Erstschlag mit Atomwaffen.

Die Ursache für die immer größer werdende Wahrscheinlichkeit eines US-Angriffs auf den Iran ist offenkundig in dem unbedingten Willen der USA, genau einen solchen Angriff durchzuführen, zu suchen.



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