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Versteckte Kosten

Die finanzielle Niederlage der USA

06.02.2007  






Am Dienstag legte US-Präsident George W. Bush seinen Haushaltsplan für das am 1. Oktober beginnende Haushaltsjahr 2008 vor, der Ausgaben von insgesamt 2,9 Billionen US-Dollar vorsieht. 711,1 Milliarden US-Dollar - fast ein Viertel des gesamten Budgets - stehen dabei in direktem Zusammenhang mit dem US-Militär.

146,5 Milliarden US-Dollar sind für den "Krieg gegen den Terror" - also die anhaltende Besetzung des Iraks und Afghanistans - vorgesehen, 83,3 Milliarden für die Behörde für Veteranenangelegenheiten und 481,4 Milliarden für das US-Militär. Diesen Planungen zufolge werden allein die direkt für den von Bush ausgerufenen "Krieg gegen den Terror" mit Ablauf des kommenden Haushaltsjahres 661,9 Milliarden US-Dollar ausgegeben worden sein - wobei die tatsächlichen Kosten angesichts des regulären Budgets des US-Militärs noch weitaus höher liegen. So schätzt der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Wirtschaftswissenschaftler Joseph Stiglitz die Gesamtkosten auf über 2 Billionen - 2.000.000.000.000 - US-Dollar. Für die Eroberung und Besetzung Afghanistans und des Iraks wird von dieser Zahl ausgehend in einem Jahr umgerechnet für jeden einzelnen Menschen in diesen beiden Ländern fast 37.000 US-Dollar ausgegeben worden sein. Jeder US-Bürger wird rechnerisch fast 7.000 US-Dollar dazu beigetragen haben - gleichgültig, ob in Form von Steuern oder letztlich ebenso zu tragenden Schulden. Statt diese beiden Kriege zu führen hätten die USA jedem Menschen auf der Erde rund 300 US-Dollar zahlen können.

Dabei dürften die tatsächlichen Kosten nochmals weitaus höher liegen. So kommt Professorin Linda J. Bilmes in einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung zu dem Schluß, daß sich allein die Kosten für die Krankenversorgung versehrter Soldaten in den nächsten 40 Jahren auf 662 Milliarden US-Dollar summieren werden. Hierfür hat sie die Zahl der bereits im Irak und in Afghanistan eingesetzten US-Soldaten ins Verhältnis zur Zahl jener Soldaten gesetzt, die nach dem 1. Krieg der USA gegen den Irak im Jahr 1991 später entsprechende Unterstützung erhielten. Deren Anteil liegt mittlerweile bei 50 Prozent aller eingesetzten Soldaten, wobei die Zahl weiter steigt.

1991 wurden seitens der USA zwischen 320 und 750 Tonnen "abgereichertes Uran" ("Depleted Uranium", DU) im Irak eingesetzt. Die seit März 2003 im Irak eingesetzte Menge DU dürfte sich mittlerweile bei 3.000 bis 4.000 Tonnen bewegen. Wie schon infolge des Einsatzes dieser Waffen im Jahr 1991 steigt die Zahl mißgebildeter Neugeborener stark an. Untersuchungen zeigen, daß auch im Urin und Sperma von Golfkriegsverteranen DU nachweisbar ist. Tatsächlich wird DU von Betroffenen seit langem als Ursache für das Golfkriegs-Syndrom vermutet - und seitens US-Regierung und US-Militär jeglicher Zusammenhang bestritten.

Angesichts der massiv gesteigerten Menge eingesetzten DUs und der Tatsache, daß sich die Soldaten nun weitaus länger im Kriegsgebiet - und damit inmitten des radioaktiven Staubs der durch sie verschossenen Munition - aufhalten, dürfte die Zahl der zukünftig erkrankenden Soldaten noch weitaus höher liegen als bei Veteranen des "1. Golfkriegs". Damit wären aber auch die hierfür zu veranschlagenden Gelder weitaus höher anzusetzen. Gänzlich unberücksichtigt bleiben hierbei noch die Gesundheitskosten für die Versorgung der wachsenden Zahl mißgebildeter Kinder solcher Soldaten.

Erschwerend kommt letztlich noch hinzu, daß der "Krieg gegen den Terror" mit dem Haushaltsjahr 2008 zweifellos nicht sein Ende finden wird, die Kosten also beständig weiter steigen werden. Bush prophezeit in seinem Haushaltsentwurf zwar ein ausgeglichenes Budget im Jahr 2012, setzt hierfür allerdings auf eine ausgesprochen positive und beständige wirtschaftliche Entwicklung - insbesondere auch aufgrund von Exporten. Angesichts der steigenden Zahl von Menschen weltweit, die laut und vernehmlich über einen Boykott von US-Produkten nachdenken, sicherlich eine äußerst optimistische Einschätzung.

Ungeachtet, wie man die militärische Lage im Irak und in Afghanistan derzeit einschätzen mag, finanziell haben die USA schon längst eine Niederlage erlitten.



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