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"Keine Folter in Guantánamo"

Vertuschung von Folterung der Gefangenen

10.02.2007  






Ein ABCNews-Bericht vom Freitag zeigt überdeutlich, daß das US-Militär - und damit auch und insbesondere der Oberkommandierende, US-Präsident George W. Bush, keinerlei Interesse an der Aufklärung, Bestrafung oder gar Verhinderung der Folterung von Gefangenen im Rahmen des selbsterklärten "Krieges gegen den Terror" haben.

Nachdem US-Feldwebel Heather Cerveny im September des vergangenen Jahres eine Woche als Rechtsberaterin von Oberstleutnant Colby Volkey in dem US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba verbrachte, war sie von dem offenen Umgang mit den Mißhandlungen von Gefangenen derart "schockiert", daß letztlich auf ihr Betreiben hin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Im Zuge der Ermittlungen wurden auch gleichlautende Anschuldigungen einer zivilen Angestellten untersucht.

Cerveney hatte während ihres Aufenthalts mehrere Gespräche von Wachen mitangehört, die keinen Zweifel an der Mißhandlung von Gefangenen ließen. Einer sagte, "Ich faßte den Gefangenen am Kopf und schmetterte seinen Kopf gegen die Zellentür", zitierte sie im Oktober gegenüber ABC einen US-Soldaten, nachdem sie eine eidesstattliche Erklärung gegenüber dem Generalinspektor des Pentagons abgegeben hatte. In einem anderen, von ihr mitangehörten Gespräch sagte ein US-Soldat ihrer Aussage zufolge gegenüber einem anderen: "Jau, dieser Gefangene, weißt Du, hat mich wirklich stinkig gemacht, mich irritiert. Also hab ich ihm, weißt Du, ins Gesicht geboxt."

Die Untersuchung der Anschuldigungen durch das US-Militär kam zu dem Schluß, daß diese vollständig unbegründet seien. "Die Beweise stützten keine der Anschuldigungen der Mißhandlung und Schikanierung", so das Ergebnis der "Untersuchung". Tatsächlich ist das Ergebnis dieser "Untersuchung" kaum überraschend, wurden hierbei doch ausschließlich die Beschuldigten und "Zeugen" - also deren "Kameraden" - und keineswegs vorgebliche Opfer befragt. Tatsächlich war Cerveny bei ihrer Befragung offenbar selbst von Beginn an als Beschuldigte behandelt worden. "Ihre Befragung war lächerlich und repressiv", sagte Oberstleutnant Volkey. "Die untersuchenden Offiziere, ein Oberst und ein Hauptmann, gingen in ihr Büro mit der Absicht, ihr ein Verbrechen vorzuwerfen, bevor sie überhaupt den Mund geöffnet hatte. Der Oberst hatte bereits das Formular in den Händen, um ihr ihre Rechte vorzulesen und sie zu beschuldigen, bevor die Befragung begonnen hatte."

Tatsächlich enthielten die Empfehlungen im Abschlußbericht der Untersuchung auch einen Punkt, der disziplinarische Maßnahmen gegen Cerveny vorschlug - auch wenn hiervon letztlich seitens der Kommandantur abgesehen wurde. In der zugehörigen Presseerklärung war denn auch von den "fiktiven Berichten von Gefangenenmißhandlung" die Rede.

So fiktiv, wie das US-Militär dies gern darstellen würde, sind diese Folterungen allerdings keineswegs. So wurde sogar ein US-Soldat, der bei einer Übung einen Gefangenen spielte, derart schwer von "Kameraden" mißhandelt, daß er noch immer an den Folgen leidet - und dies, obwohl er sich im Unterschied zu "echten" Gefangenen auf englisch verständlich machen konnte. Es ist gerade auch dieser Fall von Sean D. Baker, der erahnen läßt, welchen tagtäglichen Folterungen die Gefangenen in Guantánamo Bay ausgesetzt sind Daß dies offenbar von höchster Stelle vertuscht werden soll läßt nur die Schlußfolgerung zu, daß es sich hier um ein durchaus erwünschtes Verhalten der Soldaten handelt - oder die Gefangenen nach Ansicht der US-Führung derart „wertlos“ sind, daß er vollkommen gleichgültig ist, ob sie gefoltert werden.



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