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Immer neue "Versehen"

US-Soldaten erschießen Vater und zwei Kinder

10.03.2007  






Auch knapp vier Jahre nach Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA gegen den Irak hat sich dort nichts geändert. Einer Pressemitteilung vom Samstag zufolge eröffneten US-Soldaten in der irakischen Hauptstadt Baghdad das Feuer auf ein sich näherndes Fahrzeug. Dabei wurden ein Mann und zwei seiner Töchter im Alter von 11 und 12 Jahren getötet, wie Middle East Online berichtete.

Nach Darstellung des US-Militärs näherte sich das Auto von Rifat Abd al-Jabbar einer Patrouille von US-Fallschirmjägern. Als er auf deren "Warnsignale" nicht reagierte, seien diese den Anordnungen für die Gewalteskalation gefolgt und hätten das Feuer auf das Fahrzeug eröffnet - um es "außer Gefecht zu setzen". Hierbei wurden neben den drei getöteten Zivilisten drei weitere verletzt. Die Verwundeten seien "unverzüglich medizinisch betreut worden", so das US-Militär. "Irakische" Polizisten haben demnach die Verletzten evakuiert.

Akhlas Abd al-Jabbar, die Mutter der beiden getöteten Mädchen Fatima und Hafsat, widersprach dieser Darstellung. Demnach sei nach den tödlichen Schüssen, bei denen ihr dreijähriger Sohn im Kopf getroffen wurde, der Übersetzer der US-Soldaten auf sie zugekommen und habe ihr gesagt, sie solle fliehen, da "sie euch töten werden". Dies ist ein überdeutlicher Widerspruch zur Darstellung des US-Militärs. Tatsächlich scheint dessen Behauptung, die Opfer seien medizinisch versorgt worden, angesichts zahlloser ähnlicher Vorfälle wenig wahrscheinlich, scheint es doch Teil der angeordneten Vorgehensweise zu sein, den Ort einer möglichen Bedrohung möglichst schnell zu verlassen.

Die Behauptung des US-Militärs, al-Jabbar habe Signale der US-Soldaten, anzuhalten, nicht beachtet, scheint nach unzähligen derartigen Vorfällen äußerst unwahrscheinlich, dürfte doch zwischenzeitlich jedem Fahrer im Irak klargeworden sein, daß es mit akuter Lebensgefahr verbunden ist, sich in der Nähe von Fahrzeugen der Besatzer aufzuhalten - sei es nun weger derer offenkundiger Panik vor Angriffen oder wegen der häufig nicht (nur) die Besatzer treffenden Angriffe von irakischen Widerstandsgruppen.

Dabei ist es letztlich völlig unerheblich, ob die US-Soldaten tatsächlich befürchteten, Opfer eines Angriffs zu werden. Nicht nur, daß ein verhältnismäßig verschwindend geringer Anteil der Angriffe auf die Besatzer bisher durch derartige "Selbstmordattentäter" in mit Bomben ausgestatteten Fahrzeugen ausgeführt wurde, es gehört offensichtlich auch nicht zur reglementierten Vorgehensweise nach "Handzeichen" und "Warnschüssen" - beides im Anschluß an einen solchen Vorfall nicht mehr nachweisbar - vorrangig mit Schüssen zu reagieren, die die Außergefechtsetzung des entsprechenden Fahrzeug zum Ziel haben.

Die übliche Vorgehensweise ist offenkundig, einen "vermuteten" Angriff dadurch zu verhindern, daß der Fahrer des Fahrzeugs möglichst umgehend getötet wird. "Kollateralschäden" an weieiteren Fahrzeuginsassen oder auch völlig unbeteiligten Passanten werden dabei billigend inkaufgenommen.

Die Folgen solchen rücksichtslosen Vorgehens gegenüber Zivilisten - es wäre mit den üblicherweise auf den bei Patrouillen eingesetzten Humvees montierten Maschinengewehren des Kalibers 12,7mm (.50 BMG) kein Problem, den Motor eines sich nähernden Fahrzeugs zu zerstören und es so mehr oder weniger unmittelbar außer Gefecht zu setzen - können nur als mutwillig bezeichnet werden. Die Tatsache, daß stattdessen trotzdem auf die Insassen des Fahrzeug gefeuert wird, kann nur als eindeutiges Indiz dafür gewertet werden, daß den Besatzern das Leben von Irakern nichts gilt.

Derartige Erkenntnisse wiederum sind es, die den stetigen Strom von Rekruten für den irakischen Widerstand sichern.



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