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Schuldzuweisungen

Verfahren gegen US-Soldat wegen Mordes an 3 Irakern

15.03.2007  






Derzeit muß sich ein US-Soldat vor einem Kriegsgericht wegen des Mordes an drei unbewaffneten Irakern verantworten. Ihm wird vorgeworfen, seinen Untergebenen den Befehl zu den Morden gegeben zu haben.

Im Januar war der Stabsgefreite Juston R. Graber, einer der daran beteiligten Soldaten, zu einer Haftstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Später dann wurden der Hauptgefreite Corey R. Clagett und der Stabsgefreite William B. Hunsaker zu Haftstrafen von 18 Jahren verurteilt. Am Dienstag nun sagte Hunsaker - die "Zusammenarbeit" mit dem Gericht war Bedingung für seine Strafminderung - gegen seinen damaligen Vorgesetzten, Oberfeldwebel Ray Girouard, aus.

Girouard habe ihm und den anderen Soldaten befohlen, die drei gefangenen Iraker freizulassen um sie dann "auf der Flucht" zu erschießen. "Sie werden ihnen die Fesseln durchschneiden, ihnen befehlen zu laufen und sie dann erschießen", habe Girouard Hunsaker zufolge gesagt. Hunsaker sagte weiter aus, er habe die Gefangenen daraufhin nach draußen gebracht und ihnen die Augenbinden abgenommen. Clagett habe ihnen dann auf arabisch gesagt, sie sollten laufen. Girouard habe ihm später mit einem Taschenmesser einen Schnitt verpaßt, damit es "echter" aussehe.

Am Mittwoch dann sagte Girouards damaliger Vorgesetzter, Hauptfeldwebel Eric Geressy aus, er habe seinerseits kurz vor den tödlichen Schüssen über Funk gebrüllt "Ich verstehe nicht ... warum wir diese Kerle lebend haben!" Er habe damals geglaubt, die Gefangenen hätten zuvor bei einem Feuergefecht auf die US-Soldaten geschossen und hätten daher getötet werden sollen. Nicht nur, daß die Iraker in Wahrheit ohne Gegenwehr gefangengenommen worden waren, Geressy bestätigte hiermit zumindest indirekt, daß die Soldaten "keine Gefangenen" machen sollten, was entsprechend den Genfer Konventionen ein schwerwiegendes Kriegsverbrechen darstellt.

Ein Bericht der New York Times zeigt andererseits, daß der Ursprung dieses Befehls noch weitaus höher zu suchen ist, dies seitens des US-Militärs offenbar aber auch vertuscht werden soll - und derartige Befehle durchaus geduldet werden. Dem Bericht zufolge hat Oberst Michael D. Steele - jener Kommandeur dieser Einheit, der schon im Juli des vergangenen Jahres durch mehrere eidesstattliche Versicherungen des Befehls "keine Gefangenen" zu machen beschuldigt worden war, seinerseits bisher keinerlei ernste Folge deswegen hinzunehmen. Vielmehr erhielt er bereits im vergangenen Sommer einen Verweis - wenn auch nur, weil er den Soldaten "fälschlicherweise den Eindruck vermittelte, es sei nicht notwendig, Kämpfer von Zivilisten zu unterscheiden", so ein Bericht von Brigadegeneral Thomas Maffey. Bemerkenswert ist hier sicherlich, daß auch Maffey die Tötung von gegnerischen Kämpfern für legitim hält, auch wenn diese sich bereits ergeben haben und in der Gewalt des US-Militärs befinden.

Letztlich läßt dieser Fall erahnen, wie gängig die Ermordung von Gefangenen durch US-Soldaten in Wahrheit ist. Wären nicht Soldaten zugegen gewesen, die sich einer Beteiligung ausdrücklich verweigert haben, weil sie dieses Vorgehen als Mord betrachteten, so wäre auch dieser Fall vermutlich niemals publik oder gar verfolgt geworden.



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