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US-Militär bombt weiter

"Jeder tote Zivilist bedeutet fünf neue Taliban"

01.07.2007  






Ein Bericht des britischen Observer vom Sonntag belegt einmal mehr das rücksichtslose Vorgehen des US-Militärs im Irak und Afghanistan, das nur als Kriegsverbrechen bezeichnet werden kann.

Die Genfer Konventionen fordern unmißverständlich, die Zivilbevölkerung bei Kampfhandlungen soweit irgend möglich zu schützen - eine Maßgabe, die seitens der USA wie in jedem der von ihnen bisher geführten Kriege auch im Irak und Afghanistan grundlegend mißachtet wird.

Augenzeugenberichten zufolge wurde am Freitag ein Dorf in der südafghanischen Provinz Helmand drei Stunden lang bombardiert, nachdem Kämpfer, die zuvor einen Konvoi des US-Militärs angegriffen hatten, dorthin geflohen waren. Bei dem Angriff wurden nach Aussage des Bürgermeisters des Kreises Gereshk, Dur Ali Shah, mindestens 45 Zivilisten getötet - ihre Leichen wurden bisher aus den Trümmern der zerstörten Häuser geborgen. Inwieweit es sich bei allen 62 geborgenen Leichen von "Taliban-Kämpfern" tatsächlich um solche handelte, erscheint angesichts der hohen Zahl und der Aussage des US-Militärs, daß bei dem Angriff auf den Konvoi keinerlei Opfer auf seiten des US-Militärs verursacht wurden, allerdings äußerst fraglich. Da die Suche nach Opfern in den Trümmern noch nicht abgeschlossen sei, könne sich die Zahl noch weiter erhöhen, so Ali Shah weiter. Außerdem seien 23 Zivilisten verletzt worden.

Der ISAF-Oberkommandierende in Afghanistan, US-General Dan McNeill, ist bereits in die Kritik geraten, weil er bei der Bekämpfung afghanischer Kämpfer sehr stark auf die Bombardierung von Bodenzielen aus der Luft setzt, was zwangsläufig zu Opfern unter der Zivilbevölkerung führen muß. Kritiker haben ihm den Spitznamen "Bomber McNeill" gegeben - offensichtlich in Anlehnung an den britischen Luftmarschall Arthur Harris, der für die verheerenden Bombenangriffe auf deutsche Städte mit einer gezielten Mischung aus Spreng- und Brandbomben verantwortlich zeichnete und "Bomber Harris" genannt wird.

Die Folgen eines solchen Vorgehens sind in Afghanistan die gleichen wie im Irak.

"Jeder tote Zivilist bedeutet fünf neue Taliban", sagte ein kürzlich aus Helmand zurückgekehrter britischer Offizier. "Es ist eine schwierige Entscheidung, wenn der Feind sich in Dörfern versteckt, aber man muß sehr, sehr vorsichtig sein."

Die Aussage des NATO-Generalsekretärs Jaap de Hoop Scheffer bei einer Pressekonferenz am Freitag, die NATO "hat niemals und wird niemals absichtlich unschuldige Zivilisten töten" muß für die überlebenden Verwandten und Freunde der Opfer wie Hohn klingen, betont dies doch nur, daß es sich um "Versehen" handelt. "Versehen", die so zahlreich und massiv auftreten, daß ihnen allein im vergangenen Monat mehr als 200 Zivilisten in Afghanistan zum Opfer fielen - mehr getötete Zivilisten, als den Taliban angelastet werden.

Der Verdacht, daß auch deutsche Kampfflugzeuge des Typs Tornado an dem verbrecherischen Angriff auf das Dorf Hyderabad durch "Aufklärung" beteiligt waren, ist zumindest naheliegend.





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