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Ein Hauch von Vietnam

Dänemark fliegt irakische "Angestellte" aus

21.07.2007  






Eine Meldung der britischen BBC vom Freitag könnte kaum präziser demonstrieren, wie verhaßt die Besatzer im Großteil der irakischen Bevölkerung sind.

Da das dänische Militär seine 480 in der südirakischen Stadt Basra stationierten Soldaten aus dem Irak abziehen will wurden demnach 200 Iraker - Übersetzer und andere Angestellte des dänischen Militärs im Irak und ihre Angehörigen - nach Dänemark ausgeflogen, erklärte die dänische Regierung am Freitag. Durch die Arbeit für die dänischen Soldaten seien sie nach dem Abzug in Gefahr, Opfer von Angriffen zu werden, also habe man sich entschlossen, sie nach Dänemark auszufliegen. Dem überwiegenden teil von ihnen soll in Dänemark Asyl gewährt werden. Die abzuziehenden Soldaten sollen durch eine Hubschrauberstaffel mit 55 Soldaten ersetzt werden.

Jakob Winther, einem Sprecher des dänischen Verteidigungsministeriums zufolge war am Freitagmorgen das letzte von insgesamt drei Flugzeugen mit etwa 80 Irakern an Bord gestartet.

"Das Signal, das wir senden wollen, ist, daß wir uns natürlich um unsere Angestellten kümmern, wenn die Aufgaben, die sie für uns übernommen haben, sie in Gefahr bringen", sagte Korvettenkapitän Nils Markussen, ein Sprecher des dänischen Militärs.

Tatsächlich scheinen aber zumindest Zweifel angebracht, daß wirklich alle durch diese "Arbeit" - die von zahlreichen Irakern kaum überraschend als Kollaboration mit den Besatzern aufgefaßt wird - in Gefahr gebrachten Iraker nach Dänemark gebracht worden sind, wurden doch auch ihre Familienangehörigen ausgeflogen.

Insgesamt erinnert die Notwendigkeit, Kollaborateure nach dem Abzug der eigenen Besatzungstruppen zu deren Sicherheit außer Landes bringen zu müssen, in geradezu fataler Weise an das Ende des Vietnamkriegs. Im April 1975 wurden über 45.000 Vietnamesen aus Süd-Vietnam ausgeflogen. Zehntausende, wenn nicht hunderttausende weitere wurden dort zurückgelassen, obwohl ihnen bis zur letzten Minute versichert wurde, daß auch sie noch ausgeflogen werden würden, was denn auch zu den bekannten Szenen der Flucht der letzten US-Soldaten aus der US-Botschaft in Saigon führte. Während diese auf dem Dach des Gebäudes auf den letzten Hubschrauber warteten, um von ihm abgeholt zu werden, versuchten hunderte Vietnamesen, denen schließlich klargeworden war, daß die Versprechen nichts als Lügen waren, das Dach zu stürmen.

Die Ähnlichkeiten zwischen dem Irak und Vietnam sind hier kaum zu übersehen, auch wenn die dänischen Soldaten nicht im letzten Moment angesichts vorrückender Gegner aus Basra fliehen - zumindest deutet bisher nichts darauf hin. Da die USA aber andererseits bisher keinerlei Anhaltspunkte - abgesehen von Worten, die aber kaum als glaubwürdig zu bezeichnen sind und denen bisher auch keinerlei Taten folgten - für einen "irgendwann" geplanten Abzug gegeben haben und der irakische Widerstand immer weiter an Kraft gewinnt, kann die Wiederholung dieser Ereignisse aber keineswegs ausgeschlossen werden.





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