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1.200.000.000.000 US-Dollar - bestenfalls

Gesamtkosten des Irakkriegs für die USA auf 1,2 Billionen US-Dollar geschätzt

02.08.2007  






Wie beispielsweise der Boston Globe am Mittwoch berichtete, werden sich die Gesamtkosten des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA gegen den Irak für die USA auf - bestenfalls - 1,2 Billionen US-Dollar belaufen.

Am Dienstag hatte das Etatbüro des US-Kongresses (Congressional Budget Office, CBO), dessen Aufgabe die Schätzung geplanter Ausgaben ist, dem US-Kongreß einen Bericht vorgelegt, in dem die Gesamtkosten in den kommenden zehn Jahren auf 603 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Diese Summe enthält unter anderem auch die Versorgung verwundeter Soldaten, die Aufwendungen für die Versorgung von Veteranen und die Kosten für die Reparatur beziehungsweise Ersatzbeschaffung beschädigter und zerstörter Waffensysteme. Da der Krieg bisher bereits schätzungsweise Kosten von 604 Milliarden US-Dollar verursacht hat, beliefen sich die Gesamtkosten damit auf 1,2 Billionen US-Dollar. Diese Schätzung beruht allerdings auf der "optimistischen" Annahme, daß die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten bis zum Jahr 2010 auf 30.000 reduziert werden kann - und die Aktivität des irakischen Widerstands entgegen der bereits sichtbaren Entwicklung nicht weiter zunimmt.

Für den Fall, daß die Zahl der im Irak stationierten Soldaten erst bis zum Jahr 2013 auf 75.000 reduziert würde, werden die Kosten durch das CBO auf 1 Billion US-Dollar geschätzt, sagte Robert A. Sunshine, stellvertretender Direktor für Budgetanalyse des CBO vor den Abgeordneten. Schon jetzt sind die Kosten des Krieges auf ein enormes Niveau angestiegen. "Wir geben für diese Aktivitäten über 10 Prozent des ganzen jährlichen Regierungsetats aus", so Sunshine.

Schon die bisher aufgelaufenen Ausgaben stehen in drastischem Gegensatz zu den von US-Präsident George W. Bush und seienr Regierung vor Beginn des Angriffs vorhergesagten Kosten. Als Lawrence Lindsey, damals einer von Bushs höchstrangigsten Beratern in Etatfragen, in 2003 schätzte, daß der Krieg insgesamt 200 Milliarden US-Dollar kosten könnte, wurde er angesichts dieser "völlig übertriebenen" Schätzung umgehend entlassen.

Die Schätzung des CBO beruht nach Aussage des Vorsitzenden des Budgetkomitees, John Spratt, keineswegs auf "heißer Luft", sondern vielmehr auf einer "Extrapolation der bestehenden Kosten".

Betrachtet man die Entwicklung im Irak, so scheint selbst der pessimistische Wert allerdings eher zu niedrig, wurden doch erst Anfang des Jahres in klarem Widerspruch zu allen vorangegangenen Beteuerungen eines bald beginnenden Abzugs 30.000 US-Soldaten zusätzlich in den Irak gesandt. Selbst Gesamtkosten von 1,6 Billionen - 1.600.000.000.000 - US-Dollar dürften also noch eine eher vorsichtige Schätzung sein - hieran würde letztlich nicht einmal ein überstürzter Abzug angesichts einer massiven Offensive des irakischen Widerstands etwas ändern, würde dabei doch zweifellos der größte Teil des Materials zurückgelassen werden.

Rechnerisch wird dann bei 1,6 Billionen US-Dollar jeder einzelne US-Bürger von Säugling bis zum Greis den Krieg mit über 5.000 US-Dollar finanziert haben. Und dies ungeachtet der Tatsache, daß diese immensen Kosten durch die US-Regierung nur durch Kredite finanziert werden können, also noch gigantische Zinszahlungen hinzuzurechnen sind. Diese zusätzlichen Kosten blieben in der Berechnung des CBO vollständig unberücksichtigt. Selbst wenn diese Kosten auf die gesamte Weltbevölkerung aufgeteilt würden, so erhielte jeder Mensch rechnerisch rund 300 US-Dollar.

Die Möglichkeiten, die derart immense Summen bei einer friedlichen Nutzung geboten hätten, sind geradezu unvorstellbar.





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