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Munitionsmangel

Irakkrieg führt zu Versorgungsproblemen bei US-Polizei

19.08.2007  






Wie AP am Freitag berichtete, führt der durch die gegen Afghanistan und den Irak geführten Kriege hervorgerufene massive Verbrauch an Munition des US-Militärs zunehmend zu Versorgungsproblemen von US-Strafverfolgungsbehörden.

Obwohl der jährliche Ausstoß an Patronen der zu dem Unternehmen Alliant Techsystems (ATK) gehörenden Lake City Army Ammunition Plant (LCAAP) in Independence im US-Bundesstaat Missouri weiterhin mit 1,4 Milliarden Stück pro Jahr angegeben wird, reichen diese Kapazitäten offenbar bei weitem nicht aus, um den Bedarf des US-Militärs zu decken. Dies führt offenbar dazu, daß ein Großteil der Produktion weiterer Munitionshersteller durch das US-Militär aufgekauft wird, so daß die Polizeibehörden nicht mehr oder nur noch zu stark gestiegenen Preisen ihren Bedarf decken können.

Nicht nur, daß die Auslieferung von Bestellungen für Pistolen- und Gewehrmunition teilweise bis zu einem Jahr auf sich warten läßt, die Preise sind auch bis auf das doppelte der Preise von vor nur einem Jahr gestiegen, was den stark gewachsenen Bedarf des US-Militärs nur zu deutlich macht.

"Es gab Lagerhäuser voll davon. Das ist jetzt nicht mehr der Fall", sagte Al Aden, Polizeichef in Pierre im US-Bundesstaat South Dakota auf Anfrage der Nachrichtenagentur. Bei der Polizei von Indianapolis ist bereits der Vorschlag aufgekommen, bei einem zweiwöchigen Schießlehrgang, bei dem die Teilnehmer sonst jeweils etwa 1.000 Schuß abgeben, statt Waffen mit scharfer Munition Paintball-Waffen einzusetzen, um so scharfe Munition zu sparen. Angesichts des völlig anderen ballistischen Verhaltens dieser Waffen und der daraus resultierenden Untauglichkeit für Schießübungen wird hier die Verzweiflung hinsichtlich des Munitionsmangels überdeutlich.

Keine der befragten Polizeibehörden berichtete oder gab zu daß aufgrund von Munitionsmangel Waffen nicht mehr eingesetzt würden. Allein die Kürzungen bei der Ausbildung der Polizeibeamten führen allerdings dazu, daß Ausbildungen nicht planmäßig durchgeführt und Prüfungen nicht wie vorgesehen abgenommen werden können. Die Folgen für die tägliche Polizeiarbeit sind dabei absehbar.

"Wir müssen den Beamten beibringen, wie sie ihre Waffen einzusetzen haben und sie müssen auf den Schießstand gehen und sich mit der Waffe qualifizieren und ihre Fertigkeiten zeigen können", sagte Hauptkommissar Steve McCool, Sprecher der Polizei von Oklahoma City. "Und das macht man nicht, wenn man nicht die Munition hat."

"Man ist nicht so präzise und gut, insbesondere in einer Notsituation", so Polizeimeister James MacGillis, der bei der Polizei von Milwaukee für die Schießausbildung der Beamten verantwortlich ist. "Der besser ausgebildete Beamte ist derjenige, der weniger wahrscheinlich Gewalt anwendet." In Milwaukee ist die Munition bereits so knapp, daß mehrfach die Reserven angegriffen worden sind und einige Waffenausbildungen um 30 Prozent reduziert worden sind. Im vergangenen Jahr mußte sich die Polizei von Bergen County im US-Bundesstaat New Jersey 26.000 Schuß Munition leihen, um den halbjährlichen Lehrgang der Beamten beenden zu können.

Diese massiven Probleme von US-Polizeibehörden aufgrund Munitionsmangels machen einmal mehr deutlich, wie groß der Grad an Gewaltanwendung im Irak ist - und daß dieser tatsächlich immer weiter zunimmt.





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