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"Weniger tödlich"?

Ein weiteres "Taser"-Todesopfer

29.08.2007  






Vor zwei Wochen hat der Einsatz eines "Tasers" - einer Elektroschockwaffe - im US-Bundesstaat Florida ein weiteres Todesopfer gefordert, wie beispielsweise der Orlando Sentinel berichtete.

Zwar handelte es sich bei dem Todesopfer in diesem Fall, anders als in mindestens 220 Fällen bis Anfang dieses Jahres allein in den USA, nicht um einen Menschen, sondern um einen jungen Schwarzbären, dies belegt aber doch erneut, daß es sich hierbei keinesfalls um "nicht tödliche" Waffen handelt. Dies war anfangs seitens des Herstellers behauptet worden - und diese Bezeichnung wird immer noch gern von Behördenvertretern und Politikern, die sich für den Einsatz dieser Waffen aussprechen, genutzt. Der Hersteller Taser International selbst war schon vor Jahren dazu übergegangen, Taser nur noch als "weniger tödlich" zu bezeichnen.

Der Bär - ein etwa ein Jahr altes Jungtier - war nach Polizeiangaben offenbar mehrfach durch Anwohner des Ortsteils Tivoli Woods gefüttert worden und hatte so seine Scheu vor Menschen verloren. Dies führte dazu, daß der Bär sich in der Wohngegend auf die Suche nach Nahrung machte, woraufhin schließlich ein Notruf bei der örtlichen Polizei einging. Diese versuchte anschließend nach eigenen Angaben vergeblich, den Bären mittels der Sirene und der Warnleuchte eines Polizeiwagens zu vertreiben. Nachdem dies nicht gelungen sei und er eine Familie in einer offenstehenden Garage erschreckt habe - die aber offenbar noch durchaus in der Lage war, ihn zu photographieren - entschlossen sich die Beamten - nachdem der Bär die Garage ohne Probleme wieder verlassen hatte - schließlich, ihre Taser gegen das Tier einzusetzen.

"Der Bär gehorchte nicht und wandte sich stattdessen uns zu", so der Polizist Frank Sikos in seinem Bericht. "Der Bär war mehr daran interessiert, die Mülltonnen an den Häusern zu durchsuchen als den Polizeibeamten vor Ort auszuweichen."

Sikos feuerte schließlich seinen "Taser" auf den Bären ab. Der Strom stoß betäubte das Tier so weit, daß es den Beamten gelang, ein Seil an einem seiner Beine und eine Stange mit einer Schlaufe an seinem Hals zu befestigen. Wenig verwunderlich, daß der Bär hieraufhin "wütend" reagierte und Sikos hinter sich her schleifte. Ein anderer Beamter feuerte daraufhin seinen "Taser" auf den Bären. Nach einer Zeit wurde dieser dann ohnmächtig und starb.

Dies zeigt einmal mehr, daß die immer wieder mehr als Bestrafung denn als Alternative zum Schußwaffengebrauch eingesetzten Waffen sehr wohl das Potential haben, Menschen zu töten. Tatsächlich kommen die "Taser" häufig in Situationen zum Einsatz, in denen nicht einmal der Einsatz von Schlagstöcken zu rechtfertigen wäre. Die Tatsache, daß oberflächlich betrachtet keine sichtbaren Spuren eines solchen Angriffs verbleiben, dürfte hierbei eine nicht unwichtige Rolle spielen. Während es nur bei ganz offensichtlich mißbräuchlicher Gewaltanwendung oder unter äußerst unglücklichen Umständen infolge des Einsatzes eines Schlagstocks zum Tod des so Angegriffenen kommt, ist dies beim Ensatz von "Tasern" offenbar keineswegs derart ausschließbar.

Dies hat aber nicht verhindert, daß die Polizei mehrerer deutscher Bundesländer und Einheiten in Österreich und der Schweiz mit diesen Waffen ausgerüstet worden sind.





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