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1,2 Millionen Tote

Opferzahlen im Irak steigen unaufhörlich an

16.09.2007  






Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, daß im Irak seit Beginn des von den USA geführten völkerrechtswidrigen Angriffskrieges bereits über 1,2 Millionen Menschen getötet worden sind.

Bereits im Juni war hier vermutet worden, daß die Zahl der Todesopfer im Irak mittlerweile die Millionengrenze überstieg, da die im Lancet veröffentlichte Studie, die zu dem Ergebnis gekommen war, daß fast 654.965 Menschen im Irak infolge des Krieges ihr Leben verloren hatten, bereits acht Monate zurücklag. Im vergangenen Monat kam dann das Projekt justforeignpolicy zu dem gleichen Ergebnis, nachdem von der Lancet-Studie ausgehend mit den Daten der Website IraqBodyCount hochgerechnet wurde.

Jetzt veröffentlichte das britische Marktforschungsinstitut ORB das Ergebnis einer Befragung von 1.499 Erwachsenen im Irak. Dabei war ihnen die Frage gestellt worden, wieviele Angehörige ihres Haushalts - wenn überhaupt - seit Beginn des Krieges infolge des Konflikts - und eben nicht eines natürlichen Todes - gestorben seien.

78 Prozent der Befragten sagten, keines der Mitglieder ihres Haushalts sei bisher getötet worden, bei 16 Prozent war es ein Bewohner des Haushalts, bei 5 Prozent zwei, bei einem Prozent drei und 0,2 Prozent der Befragten gaben sogar an, daß 4 oder mehr Angehörige ihres Haushalts getötet worden seien. Auf die Gesamtzahl der Haushalte im Irak hochgerechnet ergibt sich hieraus laut ORB eine Gesamtopferzahl von 1.220.580 gewaltsam ums Leben gekommener Menschen seit Beginn des Krieges. ORB gibt die Fehlergrenze in dieser vom 12. bis 19. August durchgeführten Befragung mit 2,4 Prozent an. Tatsächlich dürfte die Gesamtzahl allerdings noch höher liegen, als von ORB angegeben, da einerseits in drei der irakischen Provinzen - Al-Anbar und Karbala aus "Sicherheitsgründen" und Irbil weil keine Genehmigung erteilt wurde - keine Befragungen vorgenommen wurden, was insbesondere hinsichtlich der Provinz Al-Anbar das Bild zweifellos verfälscht, andererseits jene Fälle, in denen Haushalte komplett ausgelöscht wurden, mit dieser Methodik ebenfalls nicht erfaßt werden. Hinzu kommen außerdem noch jene Menschen, die indirekteren Kriegsfolgen wie mangelnder ärztlicher Versorgung oder der miserablen Qualität der Infrastruktur wie Wasser- und Stromversorgung oder auch Erkrankungen aufgrund der massiv eingesetzten Munition mit abgereichertem Uran (DU) zum Opfer gefallen sind.

48 Prozent der Todesopfer wurden nach Angaben der Umfrageteilnehmer durch Schüsse getötet, 9 Prozent bei Luftangriffen. Über 109.000 Iraker sind demnach bereits durch Bombardements der Besatzer getötet worden, wobei zweifellos auch eine große Zahl der tödlichen Schüsse auf ihr Konto geht.

So unglaublich die Zahl von über 1,2 Millionen getöteten Menschen auf den ersten Blick erscheint, so kann dies bei näherer Betrachtung der täglichen Gewalt im nunmehr viereinhalb Jahre andauernden Krieg kaum verwundern. Diese sind direkt von den USA und den anderen, an dem Krieg beteiligten Staaten - allen voran Großbritannien - anzulasten. Aber auch Länder wie Deutschland, die den USA durchaus zumindest passive Unterstützung, beispielsweise durch die Gewährung von Überflugrechten, bieten, sind keineswegs frei von Mitschuld.





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