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Der Wille zum Krieg

Anzeichen für geplanten Angriff auf Iran werden immer unübersehbarer

18.09.2007  






Ein Bericht des britischen Telegraph vom Sonntag läßt kaum noch Raum für Zweifel daran, daß die USA sich inmitten der Planungen für einen weiteren Angriffskrieg - dieses Mal gegen den Iran - befinden. Erschwerend kommt hier sicherlich hinzu, daß sich nun auch Frankreich unter Führung des neuen Präsidenten Nicolas Sarkozy hinter die Kriegspläne der USA stellt.

Nicht genannte Beamte des US-Verteidigungsministeriums und der CIA sagten, sie glauben, daß das Weiße Haus mit einem genau abgestimmten Programm der Eskalation begonnen habe, das zu einem Angriff auf den Iran führen könne. Ein leitender Beamter des Geheimdienstes sagte, die bisherigen öffentlichen Anschuldigungen, der Iran unterstütze irakische Widerstandskämpfer mit Waffenlieferungen und Ausbildungen, könnten zu US-Angriffen über die Grenze hinweg führen. Eines der Ziele wäre hierbei die Basis Fajr im Süden des Iran, wo nach US-Geheimdienstangaben vorgeblich gegen die Besatzer im Irak zum Einsatz kommende Hohlladungssprengsätze hergestellt werden. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine derart einfache Technik, daß diese Waffen zweifellos von tausenden Menschen im Irak selbst hergestellt werden können.

Diesem Planspiel folgend würde dies den Iran zu massiven Reaktionen provozieren, beispielsweise den Versuch, den Öltransport durch den Persischen Golf zu verhindern. Hierauf würden dann wiederum Luftangriffe auf die iranischen Atomeinrichtungen und Streitkräfte erfolgen.

Leitende Beamte sagten, ihrer Ansicht nach habe der "innere Kreis" um US-Präsident George W. Bush beschlossen, daß er nicht aus dem Amt scheiden wolle, ohne sichergestellt zu haben, daß der Iran nicht in der Lage sei, Atomwaffen zu entwickeln. "Niemand außerhalb jenes engen Kreises weiß, was passieren wird", so eine Geheimdienstquelle. Allerdings glaubten innerhalb der CIA "viele wenn nicht die meisten Beamten, daß die Diplomatie versagt" und daß "die höchsten Pentagon-Ränge der gleichen Ansicht sind."

"Ein Angriff wird vermutlich einer schrittweisen Eskalation folgen. Über die kommenden paar Wochen und Monate werden die USA Spannungen und Beweise für iranische Aktivitäten im Irak aufbauen", so die Quelle weiter. Interessant ist hierbei sicherlich, daß neben den Spannungen auch die Beweise "aufgebaut" werden sollen - entweder ein einfacher Formulierungsfehler oder ein Eingeständnis, daß einmal mehr "Beweise" gefälscht werden sollen, wie dies schon im Falle der Vorbereitungen des Irakkriegs geschehen ist.

Die genannten Eskalationen sind dabei bereits unübersehbar, beispielsweise die immer schärfer werdenden Anschuldigungen, der Iran unterstütze den irakischen Widerstand, die Ankündigung, eine neue US-Basis in unmittelbarer Nähe zur Grenze zum Iran zu errichten und die kürzliche Meldung, das Pentagon habe bereits eine Liste mit 2.000 "Zielen" im Iran erstellt.

Zweifellos erschwerend kommt hinzu, daß der französische Außenminister Bernard Kouchner am Sonntag in einem Interview offen von einem Krieg gegen den Iran sprach.

"Wir müssen uns auf das schlimmste vorbereiten und das schlimmste ist Krieg", sagte er. Im vergangenen Monat hatte bereits der französische Präsident Nicolas Sarkozy gesagt, daß diplomatische Anstrengungen der Weltmächte die einzige Alternative zu "einer iranischen Bombe oder der Bombardierung des Irans" seien.

Auch wenn Kouchner seine Aussage später in dem Interview etwas abmilderte, so ist doch unübersehbar, daß die neue französische Regierung unter Sarkozy sich nicht gegen einen US-Angriff auf den Iran stellen würde - ganz anders, als dies die Vorgängerregierung unter Jacques Chirac im Falle des Angriffs auf den Irak getan hat. Auch wenn es letztlich trotzdem zu dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak gekommen ist, so war die lautstarke Ablehnung dieses Krieges durch Frankreich doch zumindest ein nicht unerheblicher Knüppel zwischen Bushs Beinen. Da auch von Seiten Deutschlands unter Führung der Bundeskanzlerin Angela Merkel kaum Widerstand gegen einen US-Angriff auf den Iran zu erwarten ist und auch Rußland zwar tendenziell auf der Seite des Irans steht, wie aber beispielsweise das Verhalten hinsichtlich des Atomreaktors in Bushehr zeigt, doch vorrangig eigene Interessen vertritt, dürfte eine Verhinderung eines Angriffs noch weitaus schwieriger sein, als es dies schon im Falle des Iraks war.





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