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Märchenstunde, Teil 2

15-Jähriger brachte vorgeblich "militärische Zünder" nach Deutschland

07.10.2007  






Die Saga um die vorgeblichen deutschen Terroristen, die nach Darstellung der deutschen Behörden Sprengstoff aus Wasserstoffperoxid herstellen und damit Anschläge verüben wollten, geht in die nächste Runde.

Wie N-TV am Samstag unter Berufung auf eine Meldung des Spiegel berichtete, soll ein 15-jähriger Deutsch-Tunesier unwissentlich die insgesamt 26 "militärischen Zünder" nach Deutschland geschmuggelt haben. Er sei in einer Moschee in Istanbul von einem Türken auf deutsch angesprochen und darum gebeten worden, ein Paar Schuhe und eine Jeans nach Deutschland zu bringen. Die Kleidungsstücke seien von einem Freund bei einem Besuch vergessen worden. Der aus Wolfsburg stammende Jugendliche sollte die Tüte nach Braunschweig bringen. Für den Weg von rund 30 Kilometer habe er 100 Euro "Fahrtkosten" erhalten. Er sei dann mit dem Bus nach München und von dort mit der Bahn weiter nach Hannover gefahren. In Braunschweig habe er dann einen der vorgeblichen "Terroristen" getroffen und sei mit ihm zusammen nach Wolfsburg gefahren, um die Schuhe abzuholen.

Schon dieser Teil der Geschichte ist bei genauerer Betrachtung vollständig unglaubwürdig und nicht einmal in sich schlüssig. Wäre der Jugendliche - "Aladin T." - aus der Türkei direkt nach Braunschweig gefahren, wie kam dann die Tüte mit Schuhen und Jeans nach Wolfsburg? Und wenn er gemäß seinem "Auftrag" nach Braunschweig fuhr, warum nahm er dann eben jene Tüte nicht dorthin mit? Dies sind allerdings keineswegs die einzigen Fehler in der Geschichte.

Nicht nur, daß für die vorgeblich geplanten 250 Kilogramm-TATP-Bomben wie hier bereits erläutert als "Zünder" ein handelsüblicher Hammer schon mehr als ausreichend gewesen wäre, hier stellt sich bei genauerer Betrachtung auch zwangsläufig die Frage nach der Schuhgröße der Schuhe, in denen die Zünder nach Behördenangaben versteckt waren. Bei 26 "militärischen Zündern", die in einem einzigen Paar Schuhen - genauer gesagt, in deren Absätzen, die von Beamten "abgesägt" aufgefunden worden seien, müßten sich in jedem Absatz dementsprechend 13 dieser "militärischen Zünder" befunden haben. Nun sind "militärische Zünder" allerdings vorrangig auf einen Aspekt hin konstruiert: eine Sprengladung verläßlich zum beabsichtigten Zeitpunkt zu zünden. Miniaturisierung, wie sie zweifellos notwendig wäre, um 13 Zünder in einem ausgehöhlten Absatz eines Schuhs unterzubringen, dürfte sich noch nie auf der Anforderungsliste von Militärs wiedergefunden haben.

Bemerkenswert ist auch, daß die angehenden Terroristen von der "Führung der Islamischen Jihad-Union IJU" vorgeblich im August gedrängt wurden, die Anschläge durchzuführen. Am 24. August hieß es demnach, die Anschläge müßten binnen 15 Tagen durchgeführt werden, andernfalls "müssen wir zurück". Am 4. September, als die Männer verhaftet wurden, hatten sie noch nicht einmal mit der Herstellung des Sprengstoffs angefangen. Ganz abgesehen davon, daß die Herstellung von 750 Kilogramm TATP in einer Küche weder in 15 Tagen, Wochen oder auch nur Monaten durchführbar sein dürfte.

Handelte es sich hier um einen Kriminalfilm mit den deutschen Behörden als Verdächtigen, der Kommissar wäre an diesem Punkt sicherlich zu der Erkenntnis gekommen, daß "sich die Verdächtigen immer mehr in Widersprüche verwickeln".





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