www.freace.de
Impressum

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Nichts zu verbergen?

Gefälschte Papiere für KSK-Soldaten

21.10.2007  






Von den Medien größtenteils unbeachtet ist eine - deem Inhalt kaum angemessen kurze - Meldung des Spiegels vom Samstag geblieben, der zufolge das bundesdeutsche Verteidigungsministerium plant, Angehörigen der deutschen Spezialeinheit "Kommando Spezialkräfte" (KSK) zukünftig gefälschte Papiere auszustellen.

Damit sollen den Planungen des Verteidigungsministeriums zufolge die KSK-Soldaten "besser vor der Öffentlichkeit geschützt" werden, so der Artikel. Dort würden derzeit auf Bitte des Staatssekretärs Peter Wichert "Vorschläge, was zum Schutz unserer Soldaten, auch aus Fürsorgegründen" möglich sei, geprüft. Einer dieser "Vorschläge" ist es offenbar, die Soldaten wie Agenten von Geheimdiensten mit gefälschten Papieren auszustatten. Gefälschte Reisepässe könnten die KSK-Soldaten "oder ihre Familienangehörigen gegenüber Ausspähungen oder Bedrohungen" schützen.

Außerdem werde dem Verteidigungsminister Franz Josef Jung empfohlen, rigide gegen Journalisten vorzugehen, die über KSK-Angehörige berichtet haben, um damit "ein deutliches Zeichen zu setzen", so der Spiegel weiter.

Hier wird also nichts weniger als ein Vorgehen gegen Journalisten gefordert, die das grundgesetzlich verbriefte Recht auf Pressefreiheit tatsächlich auch ausüben. Noch offensichtlicher wird die angestrebte totale Geheimhaltung hinsichtlich jeglicher KSK-Einsätze durch den "Vorschlag" der Ausgabe gefälschter Papiere. Die Behauptung, diese diene dazu, die KSK-Soldaten selbst oder deren Angehörige zu "schützen", ist augenscheinlich nur ein Vorwand. Es scheint kaum wahrscheinlich, daß es zu den Gepflogenheiten der KSK gehört, daß bei Einsätzen den "Gegnern" die Ausweise präsentiert werden - ganz im Gegenteil.

Schon in der Vergangenheit wurden bei KSK-Einsätzen größte Anstrengungen unternommen, um KSK-Soldaten sogar von regulären Bundeswehrsoldaten abzuschirmen. So berichtete ein ehemaliger Bundeswehrsoldat von seinem Bosnien-Einsatz gegenüber Freace, daß bei Eintreffen der regulären Bundeswehreinheiten die KSK-Soldaten, die sich bis zu jenem Zeitpunkt im Land befunden hatten, ausgeflogen worden waren. "Wir sahen nur noch die abfliegenden Flugzeuge", sagte er.

Eines der beliebtesten Totschlagsargumente der Befürworter der immer weiter voranschreitenden Überwachung der Menschen ist "Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten." Angesichts dieser neuen Bestrebungen, wirklich absolut sicherzustellen, daß keine Informationen über KSK-Einsätze an die Öffentlichkeit gelangen - was auch bisher praktisch nie der Fall war, obgleich es gerade dort umso wichtiger erscheint - ist die Frage, was Bundesregierung und Bundeswehr denn hinsichtlich der KSK zu verbergen haben, zweifellos naheliegend.



Lesenswert? Abstimmen:


Werbung:


Zurück zur Startseite





Impressum

contact: E-Mail