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Kriegsvorbereitung

USA bauen Stützpunkt auf Diego Garcia aus

01.11.2007  






Wie der britische Herald am Montag unter Berufung auf "militärische Quellen" berichtete, wird die US-Basis auf der Insel Diego Garcia im Indischen Ozean derzeit ausgebaut, um Vorbereitungen für einen Angriff auf den Iran zu treffen.

Dabei werden weitere Hangars für Langstreckenbomber des Typs B2 "Spirit" errichtet. Seit 2001 befinden sich bereits vier Hangars für diese Maschinen auf dem Stützpunkt. Erst in der vergangenen Woche hatte AFP berichtet, daß die US-Luftwaffe knapp 88 Millionen US-Dollar beantragt hat, um die "Tarnkappenbomber" mit Haltevorrichtungen für eine neue Bombenart und den Abschluß derer Entwicklung zu finanzieren. Bei dieser Bombe handelt es sich um den 13,6 Tonnen schweren "Massive Ordnance Penetrator" (MOP, "massive Eindringmunition"), mit dem stark geschützte Bunker und Tunnel- und Höhlensysteme tief unter der Erde - bis zu einer Tiefe von etwa 30 Metern - zerstört werden sollen. Hierzu trägt die auch "Big Blu" genannte Bombe 2,7 Tonnen Sprengstoff. Am 14. März dieses Jahres hatte ein erster Versuch mit der Waffe auf dem Testgelände White Sands im US-Bundesstaat New Mexico hatte das Versuchs-Tunnelsystem nach US-Angaben vollständig zerstört - allerdings war die Bombe für den Versuch nicht auf das Ziel abgeworfen, sondern in den Tunnel gebracht und dort gezündet worden.

MOP im Tunnel in White Sands
MOP im Tunnel in White Sands - Quelle US-Militär

Daß der Test der Bombe unter diesen Bedingungen "erfolgreich" war, kann sicherlich kaum verwundern. Die Probleme im Einsatz dürften vielmehr darin liegen, daß die Bombe nach ihrem Abwurf aus möglichst großer Höhe - um so die kinetische Energie zu maximieren - das Ziel wirklich präzise trifft und es durch Felsgestein oder Beton auch erreicht. Hierfür sind außerdem genaueste Kenntnisse des zu zerstörenden Zieles notwendig, da die Waffe nur wirklich effektiv ist, wenn sie in einem Hohlraum - sprich Tunnel oder Höhle - gezündet wird. Es dürfte sich als äußerst schwierig erweisen, derart detaillierte Pläne von höchst geheimen Einrichtungen zu erlangen.

Auf dem Papier handelt es sich bei der Basis auf Diego Garcia - die britisches Hoheitsgebiet ist - um britischen Besitz. Die Tatsache, daß dort etwa 50 britische und 3.200 US-Soldaten stationiert sind, macht allerdings die tatsächliche Befehlshoheit mehr als deutlich. Die Lage der Insel im Indischen Ozean prädestiniert die Insel für Einsätze von Langstreckenbombern von der rund 3,6 Kilometer langen Startbahn gegen Ziele im Mittleren Osten, wie dies bei den Kriegen gegen den Irak und Afghanistan auch geschehen ist. Darüber hinaus wurde im Frühjahr dieses Jahres bekannt, daß das US-Militär auch mit dem Ausbau des U-Boot-Hafens des Stützpunkts begonnen hat. Dies soll dazu dienen, daß dort auch Atom-U-Boote des Typs SSGN anlegen können.

Dies paßt ausgezeichnet in das Bild der Aufrüstung für den Einsatz von MOPs durch B2-Bomber. Bei den SSGN handelt es sich um umgebaute U-Boote der Ohio-Klasse. Diese Träger von nuklearen Interkontinentalraketen mußten aufgrund von Abrüstungsverträgen außer Dienst gestellt werden und wurden dahingehend umgebaut, daß sie nun 66 Froschmänner der US-Eliteeinheit Navy Seals an ihr Ziel bringen können. Außerdem sind sie mit bis zu 154 Marschflugkörpern des Typs Tomahawk ausgestattet.

Einmal mehr wird hier nur zu deutlich, daß die USA bereits inmitten der Vorbereitungen für einen Angriffskrieg gegen den Iran sind. Weder Navy Seals noch Marschflugkörper oder MOPs dürften im Irak und in Afghanistan derzeit auch nur von geringstem strategischen Nutzen sein.



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