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Eine Million Schulden - pro Minute

Staatsverschuldung der USA wächst ungebremst weiter

06.12.2007  






Am gestrigen Mittwoch gelang es drei Lottospielern, die richtigen Zahlen getippt zu haben und dies auch noch auf einem Lottoschein mit der richtigen Superzahl. Jeder von ihnen wird nun ein Drittel des insgesamt rund 45 Millionen Euro umfassenden Jackpots erhalten. Würden sie alle ihr Geld zusammenlegen, so könnten sie die Neuverschuldung der USA für gerade mal etwas mehr als eine Stunde aufhalten - und dies auch nur dank des drastisch verfallenen Dollar-Kurses.

Seit Amtsantritt des derzeitigen US-Präsidenten George W. Bush ist die Staatsverschuldung der USA in einem nie gekannten Maß angestiegen. In den nunmehr knapp sieben Jahren stieg sie um knapp 60 Prozent von 5.727.776.738.304,64 US-Dollar am 19. Januar 2001 - dem Vortag von Bushs Vereidigung - auf 9.154.986.584.732,22 US-Dollar am 3. Dezember dieses Jahres. Nimmt man als Bezugspunkt jeweils den Anfang des Monats Dezember eines jeden Jahres, so ist die Staatsverschuldung der USA seit Bushs Amtsantritt jedes Jahr um über 500 Milliarden US-Dollar gewachsen. Sollte es einem Nachfolger Bushs - so denn dieser nicht einen dann aktuell geführten Krieg nutzen wird, um seine Amtszeit zu verlängern - Anfang 2009 also nicht umgehend gelingen, diese Situation zu ändern, was allerdings wenig wahrscheinlich scheint, so wird die Staatsverschuldung der USA in nicht einmal mehr zwei Jahren bei über 10 Billionen US-Dollar liegen. Dieser Ansicht ist man auch im Weißen Haus. Damit wird die bekannte Schuldenuhr in New York dann nicht mehr in der Lage sein, die Staatsschulden der USA anzuzeigen, da ihr hierfür eine Ziffer fehlen wird.

Staatsschulden der USA

Schon jetzt ist durch die Staatsschulden der USA jeder US-Bürger vom Säugling bis zum Greis rechnerisch mit über 30.000 US-Dollar verschuldet. Wie drastisch die Verschuldung der USA seit Amtsantritt von George W. Bush zugenommen hat, zeigt auch das Verhältnis der Verschuldung zum Bruttoinlandsprodukt. Lag dieser Wert zum Ende des US-Finanzjahres 2001 - das vom 1. Oktober 2000 bis zum 30. September 2001 ging - noch bei 57,4 Prozent, so war er bis zum Ende des Finanzjahres 2006 schon auf 64,7 Prozent gestiegen. Damit hat George W. Bush fortgesetzt, was sein Vater George Bush und dessen Vorgänger im Amt des US-Präsidenten, Ronald Reagan, bereits begonnen hatten, während es William "Bill" Clinton im Laufe seiner Amtszeit fast vollständig gelungen war, das Anwachsen der Staatsverschuldung zu beenden. Betrug die Staatsverschuldung der USA im Finanzjahr 1999 5,606 Billionen US-Dollar, so waren es im darauffolgenden Finanzjahr mit 5,629 Billionen "nur" 23 Milliarden US-Dollar mehr.

Ein Vergleich mit Deutschland macht deutlich, wie dramatisch die Lage der USA mittlerweile ist. Die Staatsverschuldung Deutschlands lag im November dieses Jahres bei 1,496 Billionen Euro - ein zweifellos mit Recht ebenfalls von vielen Seiten als dramatisch bezeichneter Wert. Dies entspricht allerdings "nur" einer Verschuldung von 18.160 Euro pro deutschem Staatsbürger. Durch das deutlich - auch pro Kopf - geringere Bruttoinlandsprodukt in Deutschland lag das Verhältnis der Staatsverschuldung dazu in Deutschland im vergangenen Jahr allerdings bei 67,5 Prozent. Andererseits ist die Verschuldung Deutschlands zwischen 2001 und 2007 "nur" um rund 24 Prozent auf von 1,204 auf 1,498 Billionen Euro gestiegen.

Da in den USA allerdings zunehmend eine Rezession - ausgelöst nicht zuletzt durch die Hypothekenkrise und die dadurch immer weiter fallenden Immobilienpreise - wahrscheinlich wird, dürfte sich dort das Verhältnis in den kommenden Jahren auch hierdurch weiter verschlechtern. Hinzu kommt, daß ausländische Geldgeber aufgrund des fallenden Dollar-Kursus zunehmend wenig geneigt sind, den USA Geld zu leihen, was sich in höheren Zinsen widerspiegelt. Dies reißt zusammen mit den aufgrund der steigenden Kreditsumme ohnehin steigenden Zinsverpflichtungen ein immer größeres Loch in den US-Haushalt, das wiederum mit neuen Krediten gestopft wird.

Nicht zuletzt die immensen Kosten des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA gegen den Irak - von kommenden Kriegen gar nicht zu reden - werden zweifellos ihr übriges tun, die Staatsverschuldung der USA auch in den nächsten Jahren drastisch anwachsen zu lassen. Tatsächlich scheint es fast, als würden die USA derzeit mit sich selbst das wiederholen wollen, was ihnen mit der Sowjet-Union gelungen ist - den Staat mittels riesiger Rüstungsausgaben zum Zusammenbrechen zu bringen.



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