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Öl für Israel
25.08.2003









Wie die israelische Zeitung Haaretz am Sonntag berichtete, prüfen die USA derzeit die Möglichkeit, das irakische Öl über Israel zu exportieren.

In einer offiziellen Anfrage des Pentagons an das israelische Außenministerium wurde Israel gebeten, die Möglichkeiten einer Pipeline von den irakischen Ölfeldern bei Kirkuk über Jordanien bis in die israelische Hafenstadt Haifa zu analysieren.

Das Büro des israelischen Premierministers sieht die Pipeline als einen "Bonus", der von den USA möglicherweise für die entschiedene Unterstützung Israels beim Irakkrieg gewährt werden könnte.

Eine bestehende Pipeline zwischen Kirkuk und Haifa ist seit dem ersten israelisch-arabischen Krieg im Jahr 1948 nicht mehr genutzt worden, was jetzt auch nicht mehr möglich ist, da sie seit dem nicht gewartet wurde und der auf jordanischem Gebiet befindliche Teil als Altmetall verkauft worden ist. Außerdem hat sie nur einen Durchmesser von 20 Zentimetern. Das israelische Ministerium für nationale Infrastruktur hat vor kurzem die Kosten für den Bau einer Pipeline zwischen Kirkuk und Haifa mit einem Durchmesser von 106 Zentimetern auf 400.000 US-Dollar pro Kilometer geschätzt.

Eine im August wieder aktivierte Pipeline in die Türkei war nur wenige Tage später durch eine Explosion außer Betrieb gesetzt worden.

Der Irak besitzt eine ganze Reihe von funktionsfähigen - wenn man Sabotageakte außer acht läßt - Pipelines in die benachbarten Staaten. Während die in die Türkei führende Leitung die größte ist, existieren weitere nach Syrien, Saudi-Arabien und den Libanon. Vor dem Krieg hatte der Irak eine Vereinbarung mit Jordanien über den Bau einer Pipeline vom irakischen Haditha zu der jordanischen Raffinerie in Zarqa getroffen.

Der Bau einer neuen Pipeline nach Israel kann also nur als politisch begründet angesehen werden.

Die Türkei hat bereits eine Warnung an Israel ausgesprochen, daß sie eine derartige Entwicklung als schweren Schlag für die türkisch-israelischen Beziehungen ansehen würde.

Aber auch die Iraker dürften sich ein weiteres Mal in ihrer Befürchtung bestätigt sehen, daß Israel mit aller Macht versucht, Einfluß auf den Irak zu gewinnen.

Gerüchte über eine Wiedereröffnung der alten Pipeline nach Israel bestanden zwar schon seit Mitte April, durch die offizielle Anfrage wurden diese nun aber zum ersten Mal bestätigt. Jordanien hat allerdings bisher bestritten, daß dahingehende Gespräche stattgefunden haben.

Angesichts der schlechten Sicherheitslage im Irak ist allerdings kaum davon auszugehen, daß in nächster Zeit mit den Bauarbeiten begonnen wird.

Nicht außer acht zu lassen ist allerdings auch, daß der Bau dieser Pipeline ein weiteres Projekt mit einem Umfang von mehreren 100 Millionen US-Dollar wäre, daß sicherlich von dem der US-Regierung "verbundenen" Unternehmen Halliburton durchgeführt werden würde.




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