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Massenvernichtungswaffen im Irak
21.08.2003









Die Meldungen, daß bisher keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden worden sind, können als falsch betrachtet werden. Im Irak wurden während des Krieges große Mengen an Massenvernichtungswaffen eingesetzt - und hiermit sind nicht Waffen wie die amerikanischen Napalm- oder Streubomben gemeint.

An den Folgen dieser Waffen werden noch tausende Menschen sterben und eine noch wesentlich größere Zahl erkranken. Dies belegt endgültig die Rücksichtslosigkeit der politischen Führungsspitze, die für den Einsatz der Waffen verantwortlich ist.

Als Massenvernichtungswaffen werden allgemein atomare, biologische und chemische Waffen bezeichnet, die ungezielt eine große Anzahl Menschen töten können.

Während sich die USA besorgt zeigen, daß aus in gestohlenen Bodenanalysegeräten enthaltenen radioaktiven Materialien eine "schmutzige Bombe" hergestellt werden könnten, wurden von den USA im Irakkrieg einem Artikel des britischen Guardian zufolge im Irak 1.000 bis 2.000 Tonnen abgereichertes Uran verschossen.

Dem New York Times- Artikel nach enthält eines dieser Geräte höchstens 0,02 Gramm Cäsium-137, meistens jedoch noch wesentlich weniger.

Angesichts der Aussage, daß Terroristen "hunderte dieser Geräte" benötigen würden, um genügend radioaktives Material für eine "schmutzige Bombe" zu erlangen, würde das im Irak verschossene abgereicherte Uran rein rechnerisch - geht man von 300 Geräten mit jeweils dem Höchstwert von 0,02 Gramm Cäsium aus - für fast 60 dieser "schmutzigen Bomben" ausreichen (Uran-238 hat eine wesentlich größere Halbwertszeit und strahlt deshalb nicht so stark wie das in den Geräten verwendete Cäsium-137).

Anders als im ersten Golfkrieg, als sich die Kämpfe größtenteils in den Wüsten ereigneten, wurde der Großteil der DU-Munition dieses Mal innerhalb von Städten abgefeuert.

Reporter haben in Baghdad an Orten, wo sich Kämpfe ereignet hatten, eine Strahlungsintensität gemessen, die bis zu 1.900 Mal höher als die normale Hintergrundstrahlung ist.

Im ersten Golfkrieg wurden geschätzte 350 Tonnen abgereichertes Uran abgefeuert. Diese Menge hat ausgereicht, die Zahl der Krebsfälle bei irakischen Kindern zu versechsfachen und die Zahl von Geburtsfehlern und Leukämie zu verdreifachen.

US-Major Doug Rokke, der nach dem ersten Golfkrieg die "Dekontamination" in Kuwait, Saudi-Arabien und im Irak geleitet hat, mußte mittlerweile feststellen, daß er durch seine Arbeit selbst extrem große Mengen DU aufgenommen hat und eine ganze Reihe seiner Mitarbeiter aus der Zeit inzwischen an Krebs gestorben sind.

Ein Drittel der amerikanischen Golfkriegsveteranen sind mittlerweile als Invaliden anerkannt worden, wenn auch die USA immer noch bestreiten, daß es einen direkten Zusammenhang mit der DU-Munition gibt.

Wenn ein DU-Projektil sein Ziel trifft verformt es sich nicht einfach wie beispielsweise eine Bleikugel, sondern es verbrennt zu einem feinen Staub, der leicht eingeatmet werden kann. Der Einsatz von abgereichertem Uran ist für das Militär nicht nur aufgrund seiner besonders zerstörerischen Wirkung reizvoll, sondern auch, weil es ein Abfallprodukt bei der Erzeugung von Atomenergie darstellt, daß häufig kostenlos abgegeben wird, da es andernfalls kostenintensiv "entsorgt" werden müßte.

Zu der schädigenden Wirkung durch die radioaktive Strahlung kommt noch eine Vergiftung, da es sich bei Uran um eine Schwermetall handelt.

Durch den Tschernobyl-Unfall wurde Österreich im Mittel mit einer Strahlung 21.000 Becquerel pro Quadratmeter belastet. Die im Irak eingesetzte Menge DU würde reichen, um eine Fläche von 1.300 Quadratkilometer auf das gleiche Strahlungsniveau zu bringen.

Es dürfte als sicher gelten, daß sich hier im Irak in den nächsten Jahren eine humanitäre Katastrophe anbahnen wird.

Die UN-Unterkommission zur Verhinderung der Diskriminierung und zum Schutz von Minderheiten hatte bereits 1996 alle Staaten aufgerufen, die Produktion und die Verbreitung unter anderem auch von Waffen mit abgereichertem Uran einzustellen. Ein Verbot der Waffen war aber aufgrund des Vetorechts der Vereinigten Staaten von vornherein ausgeschlossen.




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