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Todesstrafe für gefälschte Medikamente?
07.08.2003









Wie Reuters am Donnerstag berichtete, hat der indische Gesundheitsminister Sushma Swaraj vorgeschlagen, die "Händler des Todes", die gefälschte Medikamente verkaufen, mit dem Tod zu bestrafen.

Seit mehreren Jahren existieren Berichte, die davon sprechen, daß zahlreiche gefälschte Medikamente in Indien verkauft werden.

Hierbei fällt allerdings auf, daß als Quelle für die Behauptung fast in jedem Fall ein Vertreter der Industrie genannt wird, so auch in dem Reuters-Bericht.

"Wenn es um die Patienten geht ist es eine ernste Bedrohung für ihr Leben" sagte Mandu Sanglikar, Geschäftsführer für Unternehmenskommunikation bei der Niederlassung von GlaxoSmithKline in Indien.

"Gefälschte Medikamente verbreiten sich als soziale Bedrohung und es beeinträchtigt viele Patienten, ohne daß sie es merken", sagte die Confederation of Indian Industry (CII).

Während eine Vielzahl von Presseberichten über die gefälschten Medikamente existieren, sind Berichte über tatsächliche Opfer extrem selten. Dem Reuters-Bericht nach entgehen den Pharmaunternehmen Umsätze von 1 Milliarde US-Dollar jährlich, 15 bis 20 Prozent des Gesamtjahresumsatzes.

Das Problem, das Medikamente produziert und verkauft werden, die keine oder nur eine geringe Menge an Wirkstoffen enthalten, ist sicherlich vorhanden. Es stellt sich aber die Frage, ob das Problem tatsächlich derart große Ausmaße hat, wie es dargestellt wird, oder ob dies als Vorwand genutzt wird, gegen die vielen kleinen, unabhängigen Medikamentenproduzenten - die den Großteil des indischen Marktes beliefern - vorzugehen.

Möglicherweise handelt es sich in Wahrheit eher um Patentverstöße als um eine Gefährdung der Verbraucher.

Auch stellt sich die Frage, warum die indische Regierung andererseits nicht Anschuldigungen gegen große Unternehmen wie beispielsweise Coca-Cola nachgeht, denen vorgeworfen wird, durch den Wasserverbrauch einer Produktionsstätte einen ganzen Landstrich auszutrocknen. Ein weiterer Vorwurf besagt, daß Produktionsschlamm mit einem hohen Gehalt an Blei und Cadmium als Dünger verkauft oder in ausgetrocknete Flußbette geschüttet worden ist.




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