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"Wir fühlen uns nicht mehr als Helden"
07.08.2003


Ein Editorial des Oregonian







Ich bin Obergefreiter in der Army's 671st Engineer Company aus Portland. Ich wollte sie nur ein kleines bißchen wissen lassen, wie es uns geht, damit sie vielleicht eine andere Meinung hören, wie es hier im Irak läuft.

Wir sind seit dem 14. Februar in dem Land und waren Teil des Einmarsches der Third Infantry Division nach Baghdad. Tatsächlich bildeten wir aufgrund einiger ernsthafter Fehlinformationen in zwei völlig unterschiedlichen Fällen sogar die Frontlinie.

Wir haben in dem Krieg keine große Rolle gespielt. Wir sind Brückenbauer und wir waren hier für den Fall, daß die Iraker bei ihrem Rückzug Brücken sprengten. Das taten sie nicht, also hatten wir nicht viel zu tun. Wir waren zu Beginn des Krieges für 13 Missionen eingeteilt. Wir erfüllten drei oder vier Missionen, die mit Brücken zusammenhingen. Wir springen ein, wo wir gebraucht werden, sei es die Bewachung von feindlichen Kriegsgefangenen, der Betrieb von Verkehrskontrollpunkten, Patrouillen auf dem Tigris oder das Bewachen von Polizeistationen. Unsere vorrangige Aufgabe zu diesem Zeitpunkt ist der Transport, da wir sehr große Lastwagen fahren.

Es wird viel über die niedrige Moral geredet. Das scheint überall so zu sein. Es ist heiß, wir sind hier seit einer langen Zeit, es ist gefährlich, wir hatten seit Monaten keine richtige Freizeit und wir wissen nicht, wann wir nach Hause kommen.

Ich glaube, ein großer Aspekt sind die Leute hier. Als der Krieg gerade zu Ende war, waren wir die Befreier und alle Leute liebten uns. Konvois waren wie eine große Parade. Irgendwo auf dem Weg wurden wir in ihren Augen zu einer Besatzungsmacht. Wir fühlen uns nicht mehr als Helden.

Wir tun unser Bestes, versuchen, diesen Ort wieder auf die Beine zu bringen, damit wir nach Hause können - freunden uns mit Ortsansässigen an und versuchen, für Frieden und Stabilität zu sorgen.

Es wird viel aus unserer militärischen Überlegenheit gemacht. Unsere Abrams-Panzer, unsere Apache-Hubschrauber, Computer, Satelliten, dies und das. Das ganze Zeug ist großartig, aber es ist absolut nutzlos bei Friedensmissionen. Die müssen von den Soldaten am Boden erledigt werden, die nur mit ihren M-16 und einigen wenigen wertvollen Worten arabisch bewaffnet sind.

Die Aufgabe ist entmutigend und die Bedingungen sind angsteinflößend. Wir können nicht anders als an "Black Hawk Down" zu denken, wenn wir in Baghdad von Schwärmen von Leuten umringt werden. Soldaten werden jeden Tag angegriffen, verletzt und getötet. Die Regeln der Kriegsführung sind lähmend. Wir sind zahlenmäßig unterlegen. Wir sind erschöpft. Es wächst uns über den Kopf.

Der Präsident sagt "Laßt sie nur kommen." Die Generäle sagen, wir brauchen nicht mehr Soldaten. Naja, sie sind nicht hier.

Man bräuchte eine Gruppe von Supermännern um zu tun, was man von uns erwartet. Vielleicht denken die Leute zuhause, daß wir welche sind. Ich bin 20 und ich kann nicht anders als zu glauben, daß das Dienen in einem Krieg ein Ritus der Passage ist, durch den sich meine Generation ihren Platz in den Geschichtsbüchern verdient.

Ich bin geehrt, hier zu sein und mir ist klar, daß es die Erfahrung meines Lebens ist. Trotzdem sind wir bereit heimzukommen.

Der Gefreite Isaac Kindblade aus Cornelius trat im Alter von 17 Jahren in die Army ein, bevor er seinen Abschluß bei der Valley Catholic High School in Beaverton machte.




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