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Der Weg nach Vietnam
08.08.2003









Am Donnerstag sind bei der Explosion einer Autobombe vor der jordanischen Botschaft in Baghdad mindestens 14 Menschen, darunter 4 irakische Polizisten, getötet und mindestens 65 verletzt worden. Ein Teil einer Mauer, die das Gelände umgibt ist durch die Explosion zum Einsturz gebracht worden.

Da Jordanien sowohl während des Irakkrieges die USA unterstützt hat als auch vor einigen Tagen zwei von Saddam Husseins Töchtern Asyl gewährt hat und bisher niemand sich zu dem Anschlag bekannt hat, ist noch unklar, wer dafür verantwortlich ist.

Er zeigt aber die weiterhin gefährliche Situation im Irak.

In der Nacht zum Donnerstag sind zwei US-Soldaten in Baghdad bei einem Feuergefecht getötet und ein weiterer verletzt worden. Wenige Stunden nach der Bombenexlosion wurden erneut US-Soldaten in Baghdad angegriffen, nach US-Angaben wurden aufgrund schnell eingetroffener massiver Verstärkung aber nur 2 Soldaten verletzt.

In beiden Fällen wurde keine gefangenen oder getöteten Iraker gemeldet. Die Zahl der im Irakkrieg getöteten US-Soldaten ist damit auf mindestens 256 gestiegen.

Sollte der shiitische Geistliche Moqtada al-Sadr (Artikel ist nicht frei zugänglich) allerdings seine bisher sehr wagen Drohungen wahr machen und auch bei der Anzahl der Iraker, die sich bisher für seine "Mehdi-Armee" eingeschrieben haben nicht grenzenlos übertrieben haben, dürfte hier ein noch viel größeres Problem auf die Besatzer zukommen.

Der nach eigenen Angaben 30-jährige al-Sadr wird zwar von einigen anderen Geistlichen als "zu jung" angesehen, seine Predigten ziehen allerdings regelmäßig Zehntausende an. Al-Sadr behauptet, daß sich bereits über eine Million Menschen für seine Armee eingeschrieben haben, selbst US-Schätzungen sprechen von 10.000 Irakern.

Scheich Hasan al-Zargan lachte über die Behauptung, ein Problem der Armee die mangelhafte Ausbildung und der Mangel an Waffen sei. "Saddam hat es geschafft, allen Irakern die Benutzung von Waffen beizubringen, wir brauchen sie nicht auszubilden und jeder Iraker hat seine eigenen Waffen zuhause, wir brauchen sie nicht verteilen", sagte er.

Al Sadr hat zwar bisher keinen heiligen Krieg gegen die Besatzer ausgerufen, den Rekruten wird aber kein Zweifel am Sinn der Armee gelassen. "Sie sagten wir werden dir Bescheid sagen, wenn du gebraucht wirst um gegen die Plünderer und die Amerikaner zu kämpfen" sagte der 26-jährige Bassim al-Hussein nachdem er sich eingeschrieben hatte. "Sie sagten, dafür ist die Armee da."

Die Wahrscheinlichkeit, daß al-Sadr, der eine islamische Regierung für den Irak anstrebt, keine wirklichen Absichten mit der "Mehdi-Armee" verfolgt, dürfte äußerst gering sein. Wahrscheinlicher ist es, daß er auf einen bestimmten Zeitpunkt oder ein Ereignis wartet, bevor er losschlägt.

Eine Miliz von 100.000 oder sogar noch mehr Menschen würde die USA sicherlich vor ein unlösbares Problem stellen, daß nicht nur an Vietnam erinnern würde.




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