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USA verhaften hohen Geistlichen
11.08.2003









Wie AFP berichtete, wurde in der Nacht zum Sonntag der höchste shiitische Geistliche der Region Dyala in der Stadt Baqubah, knapp 50 Kilometer nordöstlich Baghdads, von US-Soldaten verhaftet.

Der 48-jährige Ali Abdul Karim al-Madani befindet sich damit zum zweiten Mal in US-Gefangenschaft. Er war bereits am 2. Juli verhaftet worden und erst am 4. Juli wieder freigelassen worden. Damals wurde er verdächtigt, in Verbindung mit einem von US-Soldaten gefundenen großen Vorrat an Waffen zu stehen und außerdem zu Gewalt gegen die Amerikaner aufzurufen.

Nach seiner ersten Verhaftung war es zu Demonstrationen mit mehreren tausend Teilnehmern gekommen.

Haider Abdul Halim, der Neffe des Geistlichen, sagte gegenüber AFP, daß weitere zwölf Personen, darunter zwei Leibwächter, verhaftet worden sind. Außerdem sind seinen Angaben zufolge irakische Dinars im Wert von 14.000 US-Dollar, die für den Bau einer neuen Moschee gesammelt worden waren, bei der Verhaftung von den Soldaten mitgenommen worden.

Halim zufolge nannten die Soldaten keinen Grund für die Verhaftung.

Am Sonntag kam es dann zu mehreren Angriffen auf US-Soldaten.

Am Morgen feuerten zwei Männer aus einem Auto auf Soldaten. Nachdem diese zurückschossen, flüchteten die anscheinend verletzten Männer.

In der Nacht wurde die außerhalb der Stadt gelegene US-Basis mit einer Mörsergranate beschossen, berichtete der Augenzeuge Issam al-Dulaimi.

Ebenfalls in der Nacht wurde ein US-Soldat getötet und zwei weitere verletzt, als eine Bombe explodierte.

Zwar kommt es in der Gegend um Baquba häufig zu Angriffen auf US-Soldaten, es ist allerdings angesichts der zahlreichen Angriffe nicht unwahrscheinlich, daß es sich bei den genannten Fällen - oder einem Teil davon - um Racheanschläge für die Verhaftung al-Madanis handelt.

Sollte diese Vermutung den Tatsachen entsprechen, würde dies eine Zwickmühle für die Amerikaner darstellen. Eine Freilassung des Geistlichen würde als Schwäche und Zeichen gewertet, daß durch Anschläge etwas bewirkt werden kann, eine andauernde Gefangenschaft auf der anderen Seite würde weitere Anschläge provozieren.




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