www.Freace.de


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Irakischer Widerstand wird stärker
18.08.2003









Einem Bericht des Syndey Morning Herald (SMH) zufolge unterschätzen die USA das Ausmaß des irakischen Widerstands massiv - oder zumindest spielen sie ihn in öffentlichen Verlautbarungen herunter.

Journalisten des SMH ist es nach mehrere Wochen dauernden Verhandlungen gelungen, zwei irakische Männer zu interviewen, die von sich behaupteten, Mitglieder des irakischen Widerstands zu sein.

Derartige Behauptungen sind zwar kaum überprüfbar, die Straße in Al Meshahda, in der Nähe von Tarmiya, 60 Kilometer nördlich Baghdads war aber verbrannt und zeigte Krater. Nach Aussage der beiden Männer, die sich Ahmed und Haqi nannten, hatten sie dort zwei Tage zuvor einen amerikanischen Konvoi mit mehreren Panzerfäusten angegriffen.

Muhammad und Ibrahim Al Mishadani, zwei ortsansässige Bauern, die von dem Reporter befragt wurden, bestätigten den Angriff und sagten, daß dabei 3 US-Soldaten getötet worden seien.

Nach Aussage von Ahmed und Haqi ist der irakische Widerstand gegen die Besatzer wesentlich organisierter als dies bisher öffentlich verbreitet wird. Nach ihren Aussagen wird der Widerstand von einer zentralen Stelle aus organisiert. Amerikanische Behauptungen, daß daß Al Qaida für eine große Zahl der Angriffe verantwortlich sei, wurden bestritten.

Die Kämpfer würden "nur ihre Religion beschützen". Sie könnten "es nicht zulassen, daß Fremde" ihr "Land besetzen".

Weiter sagte Ahmed: "Die Amerikaner respektieren uns nicht, und so können wir sie nicht respektieren. Sie sind ein Krebsgeschwür schlechter Dinge: Prostitution, Glücksspiel und Drogen."

Erneut wurde betont, daß die Widerstandskämpfer keine Verbindung zu Saddam Hussein haben.

Ein Artikel der Washington Post berichtete, daß der shiitische Geistliche Muqtada al-Sadr Unterstützung von dem angesehenen sunnitischen Geistlichen Ahmed Kubeisi erhält.

Zwar ist nicht klar, ob diese Unterstützung auch finanzielle Hilfen einschließt, ein offizieller Beistand beider Geistlicher ist aber bestätigt. Dies wird al-Sadr, der am Aufbau der - offiziell - waffenlosen "Mahdi-Armee" arbeitet, sicherlich zu weiterer Popularität verhelfen.

Schon jetzt scheint ein Großteil der Bevölkerung des Baghdader Stadtteils Sadr-City nur auf sein Zeichen zu warten, um gegen die US-Soldaten loszuschlagen.

Auch jetzt schon - ohne einen offenen Aufruf zum Widerstand - ist al-Sadr nach Ansicht der USA "schrecklich, schrecklich dicht an der Linie", so ein hoher US-Beamter, eine Verhaftung al-Sadrs dürfte allerdings ebenfalls schwere Ausschreitungen nach sich ziehen.

Schon die Umstellung al-Sadrs Hauses durch US-Truppen hatte zu einer Demonstration mit über 10.000 Teilnehmern geführt.




Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail