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Das Ende des Waffenstillstands?
20.08.2003









Am Dienstag sind bei einem Bombenanschlag auf einen israelischen Bus mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen und über 100 verletzt worden.

Der Sprecher des Islamischen Jihad in Gaza, Nafez Azzam, betonte zwar gegenüber IslamOnline, daß sich die Organisation weiterhin an den vereinbarten Waffenstillstand halten werde, die Gewaltspirale dürfte aber kaum noch aufzuhalten sein, da Israel mit Sicherheit zurückschlagen wird, was wiederum neue Anschläge hervorrufen wird.

Es war schon seit längerem zu erwarten, daß die israelische Politik, die den Eindruck erweckte, als wäre sie an einer friedlichen Lösung nicht interessiert, zu einem Bruch des Waffenstillstands führen würde.

Israel hat anscheinend versucht, die palästinensischen Organisationen wie Hamas und Islamischer Jihad zu provozieren, so daß diese den vereinbarten Waffenstillstand brechen, gleichzeitig aber gerade so viel Zugeständnisse gemacht, daß die Medien und der "Vermittler" USA die Schuld einzig und allein den Palästinensern geben können.

Am 15. August war Mohamed al-Sedr, ein Anführer des Islamischen Jihad, bei einem Feuergefecht mit israelischen Soldaten ums Leben gekommen. Die Berichte zu dem Vorfall weckten Erinnerungen an einen Vorfall in Mosul: während er in einem Haus allein war, wurde er von dutzenden Soldaten angegriffen und schließlich wurde das Haus mit einer Rakete beschossen.

Al-Sedrs Tod, der von Mitgliedern seiner Organisation als "Ermordung" bezeichnet wird, dürfte der entscheidende Auslöser für den Anschlag gewesen sein. Nach seinem Tod kündigten Führer des Islamischen Jihad an, daß Israel "einen hohen Preis" zahlen würde und daß die Reaktion einem "Erdbeben" gleichkommen würde.

Offenbar war das Haus, in dem al-Sedr sich aufhielt, eine Produktionsstätte für Bomben.

Bemerkenswert sind diverse Bekennerschreiben und Schuldzurückweisungen, die seit dem Anschlag aufgetaucht sind.

In einem Telephonanruf bekannte sich der Islamische Jihad gegenüber AP zu dem Anschlag.

Später verteilte Hamas Flugblätter in Hebron, auf denen das Hamas-Mitglied Raed Abd el-Hamed Mesk, ein 29-jähriger Prediger aus Hebron, als der Attentäter genannt wurde. Außerdem wurde sein Abschiedsvideo von Hamas veröffentlicht.

Einer der Anführer des Islamischen Jihad, Mohammad al-Hindi als auch Nafez Azzam sagten, sie hätten keinerlei Informationen über den Anschlag.

Auch der Hamas-Führer Abd el-Aziz Rantisi betonte, daß Hamas nicht an dem Anschlag beteiligt gewesen ist.

In der Vergangenheit war es nach Anschlägen nicht zu einer derartigen Verwirrung innerhalb der Gruppen gekommen.

Während Israel als Reaktion sämtliche Kontakte zu den palästinensischen Behörden eingefroren hat, hat der palästinensische Premierminister Mahmoud Abbas angekündigt, die Gespräche mit dem Islamischen Jihad und Hamas abzubrechen und statt dessen gegen diese vorzugehen, ein Schritt, den er bisher vermeiden wollte, da er den Ausbruch eines Bürgerkriegs befürchtet.




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