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Was weiß Japan?
27.08.2003









Wie Japan Today berichtete, rechnet Japan bei der Entsendung von Soldaten in den Irak offenbar mit schweren Verlusten.

Der Artikel beruft sich dabei auf Informationen, die über ein geheimes Treffen im Verteidigungsministerium in Tokio bekannt geworden sind.

Eine Person, die nur als "Quelle A" bezeichnet wird, sagte, daß ein Expertenteam aus Armeeoffizieren, das die Situation im Irak vorab untersucht hat, den Beamten im Verteidigungsministerium drei mögliche Szenarien für die Entsendung von japanischen Soldaten in den Irak präsentiert hat.

"Szenario A bedeutet die Entsendung eines schwer bewaffneten Kontingents, daß sich mit Hubschraubern, gepanzerten Fahrzeugen und mit Artillerie bewegen würde", so die Quelle. "In dem Fall wären die Verluste minimal."

"In Szenario B würden die Soldaten sich in Jeeps bewegen und die Bewaffnung würde leichte Waffen und Maschinengewehre beinhalten. Hier lagen die vorausgesagten Verluste bei 8 bis 10 Prozent."

"In Szenario C, das einer Streitkraft entspricht, die nur friedenserhaltende Maßnahmen durchführt, würden die Soldaten nur innerhalb ihres eigenen Geländes Handfeuerwaffen tragen und wären unbewaffnet, wenn sie sich bewegen. In dem Fall würde die Einheit Gefahr laufen, bis zum letzten Mann ausgelöscht zu werden", sagte die Quelle.

Szenario C wurde logischerweise sofort abgelehnt, aber auch Szenario A ist aufgrund rechtlicher Einschränkungen beim Einsatz japanischer Soldaten im Irak nicht möglich, so daß sich die Beteiligten auf Szenario B als einzige Möglichkeit einigten.

Der Quelle zufolge sollen ungefähr 1.000 japanische Soldaten in den Irak entsandt werden, was in den ersten sechs Monaten der Schätzung nach zu 100 toten Soldaten führen würde.

Sollte der Bericht tatsächlich den Tatsachen entsprechen - anonyme Quellen dürften in Tokio mit der gleichen Skepsis zu betrachten sein wie in Washington - stellt sich die Frage, wie das japanische Militär zu einer derart dramatischen Schätzung der zu erwartenden Verluste kommt.

Dies dürfte kaum durch eine dermaßen schlechte Einschätzung der Kampfkraft der japanischen Soldaten zu begründen sein. Liegt der Grund für die Schätzung allerdings nicht auf japanischer Seite, trifft sie auf alle anderen im Irak stationierten Soldaten - mit kleinen Abweichungen - sicherlich ebenso zu.

Hier drängt sich auch die Basis für die japanische Schätzung auf, nämlich, daß sie vor Ort einen weitergehenden Einblick in die Verluste des amerikanischen Militärs erlangt haben könnten, als dies der Öffentlichkeit gestattet wird.

Wendet man die japanische Schätzung auf die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten an, so würde dies - bei einer sehr konservativen Schätzung - bedeuten, daß sie bisher 4.000 bis 6.000 Soldaten statt der offiziellen Zahl von 279 verloren haben.

Angesichts der Lügen, mit denen der Irakkrieg begründet wurde, scheint es alles andere als unmöglich, daß auch diese Zahlen "geschönt" werden. Langfristig wären so große Verluste zwar sicherlich nur schwer zu verschweigen, kurzfristig dürfte dies aber weniger Probleme bereiten.




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