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Neuer Koreakrieg unvermeidlich?
08.08.2003









Nordkorea hat zugestimmt, an multilateralen Verhandlungen über seine Atomwaffen teilzunehmen, aber bedeutet das nun auch, daß die Krise vorüber ist?

Ganz sicher nicht.

Da die USA nicht bereit sind, Nordkorea eine Zusage zu machen, die eigentlich selbstverständlich sein sollte - ein Vertrag, der besagt, daß die beiden Länder einander nicht angreifen werden - wäre die Chance, bei einem EInlenken nicht angegriffen zu werden der einzige mögliche Vorteil für das Land. Andererseits hat das Beispiel Irak gezeigt, daß ein Einlenken bei Forderungen nach Abrüstung weder einen Angriff verhindern noch helfen, diesen abzuwehren.

Die Wahrscheinlichkeit, daß die USA bei den Verhandlungen Nordkorea das Recht zugestehen, Atomwaffen zu besitzen, ist verschwindend gering. Nicht nur, daß die USA aufgrund des massiven Drucks, der in dieser Angelegenheit bisher auf Nordkorea ausgeübt worden ist, ihr Gesicht verlieren würden - und das zu einem Zeitpunkt, da die nächsten Präsidentschaftswahlen immer näher rücken - sämtliche Verträge, Maßnahmen und Organisationen, die eine Weiterverbreitung von Atomwaffen verhindern sollen wären dadurch ad absurdum geführt.

Die Unterzeichnung eines Nichtangriffsvertrages ist ebenso unwahrscheinlich, da dies dazu führen würde, daß die USA aufgrund des Wegfalls der Bedrohung durch Nordkorea keinen Grund mehr hätten, ihre Militärbasen im asiatischen Raum weiter zu unterhalten.

Da beide Länder sich also derzeit auf einem Weg zu befinden scheinen, der keine Umkehr zuläßt und sich dabei auf Kollisionskurs befinden, scheint die einzig verbleibende Hoffnung, daß die anderen an den Verhandlungen teilnehmenden Länder Nordkorea ein derart reizvolles Alternativangebot - beispielsweise Hilfslieferungen oder zinslose Darlehen und dazu vielleicht noch ein Beistandpakt ähnlich der NATO - unterbreiten, der das Land dazu bewegt, seinen einzigen Trumpf aus der Hand zu geben.

Nicht nur, daß dies ebenfalls sehr unwahrscheinlich scheint, die Zeit arbeitet auch gegen eine friedliche Lösung. Die USA sind derzeit mit der Planung für eine Seeblockade oder andere Sanktionen gegen Nordkorea beschäftigt, von denen das Land schon mehrfach gesagt hat, daß es sie als einen Angriff werten würde, der mit "allen Mitteln beantwortet" werden würde.

Ein derartiger Angriff würde zwar einem Selbstmord gleichkommen, wäre aber nicht auszuschließen, wenn das Land wirtschaftlich derart in die Ecke gedrängt wird. Dies könnte zu einem "wir gehen nicht allein unter"-Verhalten führen.




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