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Der Geruch von Napalm
06.08.2003









Die USA haben im Irakkrieg offenbar außer Atombomben jede verfügbare Waffe eingesetzt, ungeachtet, wie umstritten sie auch ist.

Der großflächige Einsatz - auch in dichtbesiedelten Gebieten - von Munition, die mehr oder weniger abgereichertes Uran enthält ist allgemein bekannt. Insgesamt sind 1.000 bis 2.000 Tonnen Uran im Irak verschossen worden.

Immer noch sterben Kinder oder werden verkrüppelt, weil Streubomben auch in Wohngebieten eingesetzt worden sind und einige der Bomben nicht wie vorgesehen explodiert sind, sondern erst, wenn sich die Kinder nähern.

Hierbei kommt erschwerend hinzu, daß diese kleinen Bomben Kinder durch Form und Farbe neugierig machen und sogar den von den USA verteilten Hilfspaketen sehr ähnlich sehen, bis hin zur Farbgebung. In Afghanistan gab es das gleiche Problem, dort wurden die Hilfspakete daraufhin farblich anders verpackt. Im Irak hielt man dies offenbar nicht für notwendig.

Auch der Einsatz von "Daisy Cutter"-Bomben (BLU-82) gegen irakische Truppen wurde bereits dokumentiert.

Ein knapp über dem Boden gezündeter "Daisy Cutter" taucht mehr als einen Quadratkilometer in einen Feuerball. Wer weder verbrannt wird noch erstickt, dessen innere Organe werden durch das von der Verbrennung verursachte Vakuum zerrissen.

Die San Diego Union-Tribune berichtete nun am Dienstag, daß auch Napalm gegen irakische Truppen zum Einsatz gekommen ist.

Bisher war dies vom Pentagon mehrfach bestritten worden, allerdings war es auch in diesem Fall anscheinend wieder nur die beliebte Strategie, extremen Wert auf die Wortwahl zu legen und so vielleicht nicht direkt die Unwahrheit zu sagen, aber doch die Öffentlichkeit zu täuschen.

Nach Ansicht des Pentagons handelte es sich bei den im Irak eingesetzten Waffen nicht um "Napalm" sondern um "Mark 77 Feuerbomben", die allerdings eine "bemerkenswert ähnliche" Funktion und Wirkung wie Napalm aufweisen.

In einem kürzlich gemachten Interview bestätigte Generalmajor Jim Amos den Abwurf von Bomben, die er und andere Marines immer noch als "Napalm" bezeichnen, auf irakische Truppen in zahlreichen Fällen.

Erklärungen der USA zufolge wurden sämtliche Bestände an Napalm im Jahr 2001 vernichtet.

Der Sprecher der Marines, Leutnant Michael Daily, sagte, daß die Zusammensetzung der Mark 77 "weniger schädlich für die Umwelt" sei. "Viele Leute bezeichnen die Mark 77 (aus Gewohnheit) als ‚Napalm', weil ihre Wirkung auf das Ziel bemerkenswert ähnlich ist", fügte er hinzu.

In den Mark 77 wird statt Benzin wie in Napalm Kerosin eingesetzt, das weniger Benzol enthält - allerdings auch eine noch höhere Verbrennungsenergie hat.

Oberst Randolph Alles, der einige der Napalm-Einsätze selbst befehligt hat, sagte, daß "die Generäle Napalm lieben" weil es auch eine "große psychologische Wirkung" aufgrund des Feuerballs und des Geruchs habe.




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