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Der Traum vom billigen Öl
05.08.2003









Vor Beginn des Irakkriegs träumten die USA und die großen Ölkonzerne von einer blühenden Zukunft, finanziert durch die privatisierte irakische Ölindustrie.

Innerhalb von Wochen, höchstens einigen Monaten nach dem Ende des Krieges sollten die riesigen irakischen Ölfelder mehr Öl fördern als zur Zeit Saddam Husseins und so den Wiederaufbau des Iraks finanzieren - und die Macht der OPEC brechen und so den Ölpreis senken.

Jetzt, fast 4 Monate nach dem Fall Baghdads fördern die irakischen Ölquellen nur ein kleines Rinnsal statt der erhofften gewaltigen Ströme und selbst für den irakischen Eigenverbrauch muß Öl importiert werden.

Verursacht durch Plünderungen in den ersten Tagen und Wochen nach dem Krieg, als die Ölfördereinrichtungen ebenso wenig durch US-Soldaten geschützt wurden wie die Museen Baghdads und der ganze Rest des Landes, durch das Unvermögen, die Anlagen wieder zu reparieren, die sich auch in zivilen Bereichen wie der immer noch extrem mangelhaften Stromversorgung zeigt und auch durch Sabotageakte durch den irakischen Widerstand scheint das ursprüngliche Ziel in weite Ferne gerückt zu sein.

Tatsächlich ist die OPEC heute stärker als vor dem Irakkrieg. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die instabilen Verhältnisse in den beiden Ölförderländern Nigeria und Venezuela, der praktisch komplette Wegfall des irakischen Öls vom Weltmarkt dürfte aber den größten Anteil daran haben.

Und so wurde letzte Woche auf dem OPEC-Treffen in Wien beschlossen, die Fördermenge - und damit die Preise - stabil zu halten. Allerdings hielt man sich auch gleich die Option offen, bereits beim nächsten Treffen Ende September die Fördermenge zu senken.

Derzeit kostet ein Barrel (159 Liter) Rohöl der OPEC fast 28 US-Dollar und bewegt sich damit am oberen Rand der von der OPEC gewünschten Preisspanne.

Offensichtlich ist der amerikanische Traum vom billigen Öl zumindest kurz- bis mittelfristig ausgeträumt, was die amerikanische Wirtschaft weiter unter Druck setzen wird.




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