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Das Öl muß fließen
18.08.2003









Nachdem letzte Woche die Ölpipeline, die nur wenige Tage zuvor wiedereröffnet worden war, gesprengt wurde, machten US-Stellen klar, daß diese "schnellstens" wieder repariert werden soll.

Paul Bremer, der US-Verwalter des Iraks, sagte am Sonntag, daß dem Irak jeden Tag Einnahmen in Höhe von 7 Millionen US-Dollar entgingen, weil die Pipeline kein irakisches Öl in die Türkei befördere.

Setzt man diese Einnahmeverluste in ein Verhältnis zu den Besatzungskosten der USA im Irak, zeigt sich, daß sie geradezu verschwindend gering sind. Die USA geben für die Besatzung des Iraks jeden Monat 4 Milliarden US-Dollar aus, während die "entgangenen Einnahmen" auf einen Monat hochgerechnet 210 Millionen ergeben, also 5 Prozent der US-Ausgaben.

Und hierbei sind zwei Fakten noch unberücksichtigt geblieben. Erstens sind Einnahmen noch nicht gleichbedeutend mit Ertrag - obwohl die "Gewinnspanne" bei Rohöl sehr hoch liegt - und es handelt sich für den Irak nicht um einen Einnahmenverlust sondern nur um einen Aufschub, da das Öl ebensogut in einer Woche, einem Monat oder einem Jahr verkauft werden kann.

Während nun also "mit Hochdruck" daran gearbeitet werden soll, dafür zu sorgen, daß das Öl fließt, leiden die Menschen im Irak seit dem Einmarsch der "Koalition" unter einer mehr oder weniger nicht vorhandenen Versorgung mit Strom, Wasser und Benzin. Ebenso ist die öffentliche Ordnung zusammengebrochen, Müll wird nicht abgeholt und die ärztliche Versorgung ist bestenfalls mangelhaft. Dieser Zustand dauert nun schon über 4 Monate an, ohne daß es entscheidende Fortschritte gegeben hätte.

Die Dauer der Reparatur der Pipeline wird ein weiterer Beleg für die Prioritäten der USA im Irak darstellen, allerdings auch für ihre Ignoranz. Bei der derzeitigen Lage im Irak ist eine Reparatur der Pipeline eine komplette Verschwendung von Zeit und Geld. Es ist unmöglich, eine hunderte Kilometer lange Pipeline gegen Sabotageakte zu schützen und so ist der nächste Angriff, der sie nach der Reparatur erneut zerstört, schon vorprogrammiert.




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