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Krieg ist Frieden
23.08.2003









Wie der britische Guardian am Samstag berichtete, wurde der ausgesprochene Kriegsbefürworter Daniel Pipes vom US-Präsidenten George W. Bush zu einem Mitglied des Vorstands des "United States Institute of Peace" (US-Friedensinstitut) bestimmt.

Das USIP versteht sich nach eigener Aussage als "Institution, die die Verhütung, die Verwaltung und die friedliche Lösung internationaler Konflikte fördern" will.

Diese Zielsetzung dürfte für das Institut in Zukunft dank des neuen Vorstandsmitglieds schwieriger zu verfolgen sein. So ist er beispielsweise der Ansicht, daß die einzige Möglichkeit, einen Frieden im Mittleren Osten zu erreichen, in einem absoluten militärischen Sieg Israels besteht.

In anderen Artikeln bezeichnete Pipes die amerikanischen Moslems als "die Gefahr von innen", rief dazu auf, daß sich die "USA an keine Regeln halten" und stellte den Islam als aggressive, auf Expansion bedachte Religion dar.

Bereits die Nominierung Pipes für den Posten hatte zu heftiger Kritik von mehreren Senatoren der Demokraten, amerikanischen Moslems und Arabern, liberalen Juden und einem großen Teil der akademischen Gemeinschaft geführt.

Offensichtlich aufgrund dieser harten Kritik hatte Bush sich dazu entschieden, Pipes in der Sommerpause des Parlaments zu einem Vorstandsmitglied zu ernennen, statt ihn wie üblich vom Kongreß wählen zu lassen. Dies führt zwar dazu, daß seine Amtszeit nur 18 Monate statt der sonst üblichen 4 Jahre betragen wird, für diese Zeit ist ihm der Posten aber praktisch sicher.

Das verwunderliche ist weniger, daß George Bush selbst die Posten in einem Friedensinstitut mit Menschen besetzt, die seiner kriegerischen Haltung entsprechen, sondern daß dies passiert, ohne daß es zu einem effektiven Widerspruch kommt.

Zwar hatte der Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen, von dem Pipes als "der führende Islamophobiker des Landes" bezeichnet wird, anläßlich seiner Nominierung eine erbitterte Kampagne angekündigt, die Mehrheit der Bevölkerung scheint aber nach wie vor wenig Interesse an derartigem politischen Geschehen zu haben, wozu die "etablierten Medien" sicherlich durch ihre Zurückhaltung in der Berichterstattung nicht unwesentlich beitragen.




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