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Der Spiegel und die Sicht der Dinge
02.08.2003









Der Spiegel hat am Samstag einen Artikel des Autors Dominik Cziesche veröffentlicht, der über 1.300 Worte benötigt, um das neue Buch des Autors Andreas von Bülow als auch den Autor selbst derart polemisch zu zerreissen, daß sich die Frage aufdrängt, welches persönliche Problem der Autor des Artikels mit von Bülow hat.

Sicher, von Bülow stellt in seinem neu erschienenen Buch "Die CIA und der 11. September. Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste" einige gewagte Thesen und Behauptungen auf, mit denen man nicht unbedingt einer Meinung sein muß. Auf der anderen Seite werden viele interessante Fragen rund um das Thema nochmals aufgegriffen.

Cziesche bezeichnet von Bülow indirekt als "Spökenkieker" und "selbsternannten Sachbuchautor", der ein "abstruses Buch", eine "wilde Geschichte" geschrieben habe. Als Anfang der neunziger Jahre "seine Karriere zu stocken" schien, "muss er begonnen haben abzudriften" und habe dann mit seiner "Gespensterjagd" begonnen, so Cziersche weiter.

Von Bülows erstes Buch "Im Namen des Staates" bezeichnet er als "Schmöker-Stoff auf James-Bond-Niveau".

Bei seinem Verriß vergißt Cziersche auch gern einmal Artikel, die er selbst geschrieben hat.

So schreibt er etwa, die Behauptung, die Attentäter seien keine radikalen Muslime gewesen, sei "Blanker Unsinn, etliche Zeugen erinnern sich deutlich an die extrem fundamentalistische Lebensweise der Studenten".

In einem von Cziersche durchgeführten Interview sprach er mit dem Nachmieter Mohammed Attas, Abdelghani Mzoudi.

Dort sagte Mzoudi: "Der war anders, eine Mischung aus westlich und wirklich muslimisch. Manchmal konnte man ihn, im Gegensatz zu mir, nicht von einem Europäer unterscheiden, etwa wenn er keinen Bart trug."

Über Atta sagte er: "Er wirkte schwach, nicht gefährlich."

Und der Frage, ob alle moslemischen Studenten in seinem Umfeld "Streng gläubig" waren, widersprach er, indem er sagte: "Streng, den Begriff kann ich nicht mehr hören. Es gibt nur Moslem oder Nicht-Moslem. Nichts dazwischen."

Die in dem Buch gemachte Behauptung, 7 der 19 Entführer seien noch am Leben, bezeichnet der Spiegel-Autor als "Phantasie", obwohl beispielsweise die LA Times in einem Artikel der gleichen Ansicht war.

Es ist sicherlich legitim, zu Themen eine andere Meinung zu haben und diese zu äußern - gerade, wenn es sich um kontroverse Themen wie dieses handelt - ein derart aggressiver und in weiten Teilen persönlich werdender Stil ist aber kaum akzeptabel.




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