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Irak: neue Puzzleteile
28.08.2003









Die Anhaltspunkte für eine Vertuschungsaktion der wirklichen amerikanischen Verluste im Irak nehmen immer mehr zu.

AP veröffentlichte am Mittwoch einen Artikel des Journalisten Niko Price, der in Baghdad ein Interview mit einem irakischen Widerstandskämpfer geführt hat. Der Widerstandskämpfer, der sich nur "Salahuddin" nannte - der Name des moslemischen Befreiers im 12. Jahrhundert, der im Westen als "Saladin" bekannt ist - erzählte dabei detailliert von Angriffen, die seine Gruppe seit April ausgeführt haben soll.

"Salahuddin", der von sich sagte, daß er Fischer sei, sagte "Am Morgen fange ich Fische und Amerikaner in der Nacht. Amerikaner zu fangen ist einfacher als Fische zu fangen."

Der Mann scheint tatsächlich Mitglied des irakischen Widerstands zu sein oder hat zumindest sehr enge Beziehungen dazu. In dem offenbar am 13. August geführten Interview kündigte er die Veröffentlichung eines Videos einer anderen Widerstandsgruppe, der "Iraqi National Islamic Resistance Movement" ("Islamische Widerstandsbewegung der irakischen Nation") an. Am darauffolgenden Sonntag wurde ein Video eben dieser - bisher unbekannten - Gruppe von dem Nachrichtensender Al Jazeera ausgestrahlt.

In dem Video werfen maskierte Männer unter anderem den Medien vor, dem US-Militär bei der Vertuschung der wahren Opferzahlen zu helfen. "Der Feind erleidet täglich so viele Verluste, daß diese Nachrichten von den Medien nachhaltig ausgeblendet werden um so Bushs Chancen bei den kommenden Wahlen zu schützen und um die Politik des Weißen Hauses vor der amerikanischen Öffentlichkeit zu schützen", so in dem Video. Außerdem wird die Zahl der getöteten US-Soldaten mit 300 pro Monat angegeben.

Auch berichtete "Salahuddin" von einem Angriff auf einen amerikanischen Humvee mit einer Panzerfaust am 7. August, außerhalb der Stadt Ramadi. Danach seien sie geflüchtet, ohne das Fahrzeug nach Opfern zu untersuchen.

Ein Sprecher des US-Militärs, Major William Thurmond, bestätigte, daß in der Gegend an dem Tag ein Humvee von einer Panzerfaust getroffen worden ist. Nach seiner Aussage sind die Soldaten dabei allerdings nicht verletzt worden. Dieser Vorfall war bisher nicht vom US-Militär veröffentlicht worden.

"Salahuddin" berichtete weiter von einem einen Monat zurückliegenden Angriff, bei dem seiner Aussage nach 7 Amerikaner getötet und 3 weitere verletzt worden sind. Ein nicht getroffener Humvee sei nach dem Angriff davongerast und erst nach drei Stunden zurückgekehrt. Der Widerstandskämpfer habe seine Kameraden daran gehindert, die Verletzten zu töten, da der Islam dies verbietet, sagte er.

Seit dem von US-Präsident Bush am 1. Mai verkündeten offiziellen Ende des Krieges wurden von den USA nie mehr als 3 Soldaten als bei einem Angriff getötet gemeldet.

Auch "Salahuddin" behauptete, daß die amerikanischen Verluste wesentlich höher als die offiziellen Zahlen sind und daß getötete US-Soldaten heimlich in der Wüste vergraben werden. Der Bruder des getöteten Reuters-Journalisten Mazen Dana hatte gesagt, daß Dana Beweise hierfür entdeckt hatte und deshalb getötet worden ist.

Auch die Zahl der verletzten US-Soldaten scheint wesentlich höher zu sein, als dies bisher in den Medien geschätzt wird - offizielle Zahlen werden seit längerem nicht mehr veröffentlicht.

In einem Bericht der Mercury News wird gesagt, daß allein in dem Walter Reed Army Medical Center seit Beginn des Krieges 1.000 US-Soldaten aus dem Irak behandelt wurden.

In einem Artikel des britischen Guardian sagte Oberstleutnant Allen DeLane, daß über 4.000 Verletzte in der Andrews Air Base seit Kriegsbeginn in Behandlung waren.

Hinzu kommen noch weitere Militärkrankenhäuser wie Bethesda und Landstuhl in Deutschland, mehrere Lazarettschiffe, unter ihnen die "Comfort" mit 1.000 Betten sowie die Feldlazarette und örtlichen Krankenhäuser im Irak.

Da für gewöhnlich nur die Schwerstverwundeten ausgeflogen werden, um sie zu behandeln, sind die 5.000 behandelten Soldaten nur als "Spitze des Eisbergs" anzusehen. Selbst wenn in einigen Fällen Patienten durch einen Transfer doppelt gezählt wurden, dürfte eine geschätzte Zahl von insgesamt 20.000 verletzten Soldaten nicht zu hoch gegriffen sein.

Von dieser Zahl ausgehend würde bei einem gleichen Verhältnis von verletzten zu getöteten Soldaten wie bei den offiziellen Zahlen (1200 zu 280) die Anzahl der getöteten Soldaten wiederum fast 5.000 betragen.

Selbstverständlich können all diese "Berechnungen" als "Zahlenspiele" bezeichnet werden, es scheint sich allerdings langsam ein schlüssigeres Bild abzuzeichnen.

Sollten die amerikanischen Opferzahlen tatsächlich dermaßen hoch sein wäre dies sicherlich auch eine gute Erklärung für die starke Nervosität der US-Soldaten, die immer wieder zum Tod Unschuldiger führt.




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