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Friedensnobelpreisträgerin kritisiert "Westen"
10.12.2003









Bei ihrer Dankesrede zur Übergabe des Friedensnobelpreises am Mittwoch in Oslo hat die diesjährige Preisträgerin Shirin Ebadi die "westlichen" Länder wegen ihres Verhaltens scharf kritisiert.

Dabei griff sie insbesondere das Verhalten der USA im "Krieg gegen den Terror" an, ohne allerdings die USA direkt zu nennen.

"In den vergangenen zwei Jahren haben einige Staaten die allgemeingültigen Prinzipien und Gesetze der Menschenrechte verletzt, indem sie die Ereignisse des 1.. September und des Kriegs gegen den internationalen Terrorismus als Vorwand benutzt haben", sagte sie.

Auf die von den USA in Guantanamo Bay auf Kuba gefangengehaltenen Menschen ging sie nochmals gesondert ein.

"Die Bedenken von Menschenrechtsverfechtern wachsen, wenn sie beobachten, daß internationale Menschenrechtsgesetze nicht nur von ihren bekannten Gegnern unter dem Vorwand kultureller Unterschiede gebrochen werden, sondern daß diese Prinzipien auch von den westlichen Demokratien verletzt werden, mit anderen Worten Ländern, die selbst unter den ursprünglichen Schreibern der Charta der Vereinten Nationen und der Erklärung der Menschenrechte waren. Es ist dieses System, in dessen Rahmen seit Monaten hunderte von Menschen, die während eines militärischen Konflikts festgenommen worden waren, in Guantanamo gefangengehalten werden, ohne daß ihnen die Rechte, die ihnen durch die internationalen Genfer Konventionen, die Erklärung der Menschenrechte und den Vertrag [der Vereinten Nationen] über bürgerliche und politische Rechte zugesichert werden, gewährt würden", so Ebadi in ihrer Ansprache.

Auch die Tatsache, daß Resolutionen des UN-Sicherheitsrates sehr unterschiedlich gehandhabt werden, wurde von ihr angesprochen.

"Wie kommt es, daß einige Entscheidungen und Resolutionen des UN-Sicherheitsrats bindend sind, während andere Resolutionen des Rates keine bindende Kraft haben? Wie kommt es, daß in den vergangenen 35 Jahren dutzende von UN-Resolution bezüglich der Besatzung der palästinensischen Gebiete nicht gleich umgesetzt wurden, während in den vergangenen 12 Jahren der Staat und die Menschen des Iraks, einmal auf Empfehlung des Sicherheitsrats und beim zweiten Mal trotz seiner Ablehnung, Ziel von militärischen Angriffen, wirtschaftlichen Sanktionen und schließlich militärischer Besetzung wurden?", fragte sie.

Auch bei dieser Rede sprach sie sich wieder für die Gleichberechtigung der Frauen in moslemischen Ländern und insbesondere auch ihrer Heimat Iran aus. Als äußerlich erkennbares Zeichen dieser Einstellung war sie ohne Kopftuch aufgetreten, während sie sich selbst in ihrer Rede als Moslem bezeichnete.





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