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Folter und Erpressung
17.12.2003









AP berichtete am Mittwoch, daß sich der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Gedanken macht, wie Saddam Hussein "zum Reden gebracht" werden könnte.

Offenbar war der durch den amerikanischen Einmarsch im Irak gestürzte Präsident des Landes bisher nicht sehr auskunftsfreudig. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Verhöre Berichten vom Dienstag zufolge durch die CIA vorgenommen werden, da die Anwendung von Folter hier mehr als wahrscheinlich ist.

Die Behauptung des US-Militärs, daß durch Husseins Gefangennahme erlangte Erkenntnisse - einerseits durch den Inhalt seiner Brieftasche, andererseits aber auch durch einige seiner Aussagen - zur Gefangennahme eines weiteren höchstrangigen Mitglieds der ehemaligen Regierung geführt hätten, ist immer mehr anzuzweifeln. Von Beginn an wollte das US-Militär nicht genauer auf die Identität der gefangengenommenen Person eingehen und hat dies bisher auch nicht geändert.

Es ist also zu vermuten, daß durch diese Behauptung einerseits Hussein unter seinen Anhängern diskreditiert, diese in Angst versetzt und außerdem eine weitere Erfolgsmeldung verbreitet werden sollte.

Am Dienstag nun dachte Rumsfeld gegenüber Reportern über die Möglichkeiten nach, wie das Schweigen Husseins möglicherweise zu brechen wäre.

"Hat er irgendein Interesse an seiner Familie? ... Ich weiß es nicht", sagte Rumsfeld. "Er kümmert sich offenbar in keinster Weise um sein Land oder das irakische Volk... Ich bin kein Psychiater... Ich habe keine Ahnung, was eine Wirkung auf ihn hat."

Der Hinweis auf Husseins Familie kann nur so gedeutet werden, daß seine Angehörigen und ihr Wohlergehen als Druckmittel eingesetzt werden sollen.

Bei den Befragungen dürfte es dabei vorrangig um Informationen über den Verbleib weiterer durch die USA gesuchter Personen im Irak, über den irakischen Widerstand und über die angeblich im irakischen Besitz befindlichen Massenvernichtungswaffen gehen.

Hier zeigt sich ein weiteres Mal das Problem, wenn Menschen der Folter ausgesetzt werden. Sollte Hussein, wie von ihm als auch von zahlreichen durch Journalisten befragte Widerstandskämpfer behauptet, den Widerstand im Irak nicht steuern, so wird er hierüber nichts aussagen können.

Ebenfalls wäre es nicht klug, wenn die gesuchten Personen ständig wüßten, wo sich die anderen aufhielten, da dann in Fällen wie diesem die Gefahr der Gefangennahme sehr groß wäre. Es ist also wahrscheinlich, daß Hussein auch hier auf die Fragen seiner "Vernehmungsbeamten" keine Antworten zu geben hat.

Hinsichtlich des von den USA als Kriegsgrund verwendeten angeblichen Besitzes von Massenvernichtungswaffen des Iraks scheint es mittlerweile so gut wie unmöglich, daß Hussein auf diese Fragen Antworten zu geben hat, die die Fragesteller zufriedenstellen würden.

Selbst der Leiter der UN-Waffeninspektionen im Irak, Hans Blix, hat am Dienstag gesagt, daß er nicht mehr glaubt, daß im Irak Massenvernichtungswaffen vorhanden sind oder zum Zeitpunkt des Kriegsbeginns vorhanden waren. Er geht davon aus, daß sie bereits im Jahr 1991 vernichtet worden sind.

All dies würde aber nur dazu führen, daß der "Druck" auf Hussein während der Verhöre immer weiter erhöht würde, um ihn schließlich doch zur Preisgabe der Informationen zu bringen.

Selbstverständlich würde er hierbei nicht versehentlich getötet werden - obwohl der amerikanische Präsident George W. Bush sich bereits für die Todesstrafe als einzige "angemessene Strafe" für Hussein ausgesprochen hat - er würde höchstens "Selbstmord begehen."





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