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Interesse an Green-Cards gesunken
27.12.2003









Bei der diesjährigen Verlosung der USA von 55.000 sogenannten "Green-Cards", die es den "Gewinnern" ermöglichen, für unbeschränkte Zeit in die USA einzureisen und dort zu arbeiten, haben wesentlich weniger Menschen teilgenommen als in der Vergangenheit, berichtete die New York Times (NYT) am Samstag.

Die Zahl der bis zum Ablauf der Teilnahmefrist am 30. Dezember eingesandten Teilnahmeformulare wird von offiziellen Stellen in diesem Jahr auf 5 Millionen geschätzt, während im vergangenen Jahr noch 10 Millionen Menschen versucht hatten, auf diesem Weg eine Green-Card zu erlangen.

Für viele Menschen sind die Green-Cards der einzige Möglichkeit, legaler Bewohner der USA zu werden, da für den Erhalt eines anderen Visums enge Verwandte bereits Bürger der Vereinigten Staaten sein müssen oder ein Arbeitgeber für den Einwanderer bürgen muß.

Es wird allgemein angenommen, daß der Rückgang der Interessenten damit zusammenhängt, daß die Teilnahme in diesem Jahr erstmals ausschließlich über das Internet erfolgen kann.

Hierdurch werden nicht nur Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, ins Internet zu gelangen, ausgeschlossen, die Tatsache, daß die eingegebenen persönlichen Daten jetzt in einer zentralen Datenbank der US-Behörden erfaßt werden, dürfte ebenfalls Interessenten von einer Teilnahme abhalten.

Während diese Änderung offiziell nur dazu dient, die Verwaltung zu vereinfachen und die Mehrfachteilnahme unter verschiedenen Identitäten zu verhindern, wird vermutet, daß diese Daten auch dazu genutzt werden könnten, illegale Einwanderer zu entdecken und auszuweisen. In der Vergangenheit haben sich illegal in den USA aufhaltende Menschen häufiger an der Verlosung beteiligt, da sie hierdurch eine Möglichkeit hatten, ihre Anwesenheit zu "legalisieren."

Stuart Patt, ein Sprecher des für die Verlosung zuständigen amerikanischen Außenministeriums sagte auf dahingehende wiederholte Nachfrage: "Würden wir diese Informationen bereitstellen, wenn die Homeland Security [Heimatschutzbehörde] sie anfordern würde? Ich sage nicht, daß wir es ablehnen würden."

Ein weiterer Grund für den Rückgang, der von der NYT allerdings nicht erwähnt wurde, dürfte die politische Entwicklung in den USA sein. Nicht nur, daß die USA durch ihr kriegerisches Verhalten in weiten Teilen einen großen Teil ihres Ansehens eingebüßt haben, Gesetze wie der "Patriot Act" und die weltweite Berichterstattung hierüber haben auch dazu geführt, daß die USA zumindest wesentlich weniger als "das Land der Freien" betrachtet wird.

Außerdem stammt ein großer Teil der Teilnehmer an der Verlosung aus überwiegend moslemischen Ländern, so stammten die meisten Teilnehmer aus Bangladesh, Nigeria und Äthiopien, Ländern mit einem Anteil von Moslems an der Gesamtbevölkerung von 50 bis 80 Prozent.

Ausländer, aber insbesondere Moslems sehen sich in den letzten Jahren in den USA einer steigenden Ausländerfeindlichkeit gegenüber, so daß auch dies sicherlich ein weiterer Grund für die gesunkenen Zahlen sein dürfte.





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