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US-Soldat wird für Heirat bestraft
02.12.2003









Wie AP am Dienstag unter Berufung auf seinen Anwalt meldete, hat einer der beiden US-Soldaten, die eine Irakerin geheiratet hatten, nun tatsächlich einen Verweis erhalten und wird aus dem Militärdienst entlassen.

Offiziell wird der 27-jährige Unteroffizier Sean Blackwell bestraft, weil er seiner Braut und dem irakischen Richter, der die Trauung vollzogen hat, die Zeit und den Ort seiner Patrouille verraten hat - er hatte seine Frau Ehdaa während einer Pause seiner Patrouille geheiratet.

Anfängliche Vorwürfe von Pflichtversäumnissen und Befehlsverweigerung, die zu einem Kriegsgericht geführt hätten, sind damit aber offenbar fallengelassen worden.

Der wahre Grund für seine Bestrafung scheint aber vielmehr in der Tatsache der Heirat selbst zu liegen. Hier dürfte zu der Tatsache, daß er eine Irakerin geheiratet hat noch "erschwerend" hinzugekommen sein, daß er vor der Hochzeit zum Islam übergetreten war.

Nach Angaben von Blackwells Mutter, Vickie McKee, hat er ihr erzählt, daß die Ehe des zweiten US-Soldaten, der in der gleichen Zeremonie eine Irakerin geheiratet hatte, auf Drängen der Eltern seiner Frau wieder geschieden werden soll. Inwieweit dies den tatsachen entspricht, ist nicht bekannt. Einerseits scheint es unwahrscheinlich, daß die Eltern ihre Tochter zur Scheidung drängen - die Ehe hat im Islam einen hohen Stellenwert - andererseits fällt auf, daß offenbar nur Blackwell bestraft wird.

Die Abneigung des US-Militärs gegenüber der Eheschließung selbst zeigt sich auch darin, daß beiden Soldaten jeglicher Kontakt mit ihren Ehefrauen durch die US-Army verwehrt wurde. Nach McKees Angaben wurde Blackwell erst kürzlich gestattet, den Kontakt per Telephon wieder aufzunehmen.

Für Blackwell scheint sich das Verhalten des US-Militärs allerdings zum echten Glücksfall zu entwickeln. Zwar wird er nun aller Wahrscheinlichkeit nach "unehrenhaft entlassen", dies führt allerdings auf der anderen Seite dazu, daß er das Kriegsgebiet Irak frühzeitig verlassen können wird. Seiner Mutter gegenüber sagte er, daß er vermutlich schon zu Weihnachten zu Hause sein wird.

Außerdem sagte sein Anwalt, daß er kurz davor stünde, einen Vertrag über ein Buch über die Geschichte Blackwells und seiner Frau abzuschließen und daß auch bereits Gespräche über die Verfilmung im Gange seien.





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