www.Freace.de


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Noch mehr israelische "Refuseniks"
22.12.2003









Wie AFP am Montag unter Berufung auf einen israelischen Fernsehsender berichtete, haben sich 15 Mitglieder einer israelischen Einheit von Elitesoldaten der "Refusenik"-Bewegung (Verweigerer) angeschlossen, die sich weigert, militärisch gegen Palästinenser vorzugehen.

Dem Bericht zufolge haben 15 Reservisten der Einheit Sayeret Matkal gesagt, sie würden nicht länger bei der "Herrschaft der Unterdrückung" und der Verteidigung der - völkerrechtlich illegalen - israelischen "Siedlungen" in den palästinensischen Gebieten teilnehmen.

"Wir werden unsere Leben nicht länger für die Herrschaft der Unterdrückung in den Gebieten und der Verweigerung der Menschenrechte für Millionen von Palästinensern geben und wir werden nicht länger als ein Verteidigungsschild für die Siedlungen dienen", zitierte die Sendung einen Brief der Gruppe an den israelischen Premierminister Ariel Sharon. "Wir werden diese Grenze nicht länger überschreiten."

Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde die "Refusenik"-Bewegung, eine Bewegung innerhalb des israelischen Militärs, die sich weigert, ihren Dienst innerhalb der von Israel besetzten palästinensischen Gebiete oder anderweitig zur Unterdrückung des palästinensischen Volkes zu leisten, zum ersten Mal Anfang des Jahres 2002, als 52 Offiziere der Reserve und Soldaten einen dahingehenden Brief unterzeichneten.

Vor drei Monaten hatten sich eine Reihe von Piloten der israelischen Luftwaffe geweigert, weiterhin Missionen in den besetzten Gebieten - häufig "gezielte Tötungen", die ebenso häufig zu zivilen Opfern führen - durchzuführen.

Die Weigerung von Reservisten des Sayeret Matkal ist ein weiterer schwerer politischer Schlag für die israelische Regierung, da es sich hierbei um eine sehr respektierte Eliteeinheit handelt, die beispielsweise für die Befreiung von 106 Passagieren aus einem entführten Flugzeug auf dem Flughafen von Entebbe in Uganda im Jahr 1976 verantwortlich war.

Der Sayeret Matkal hätte auch den geplanten Anschlag auf den irakischen Präsidenten Saddam Hussein im Jahr 1992 ausführen sollen.

Wie schon bei den vorangegangenen Fällen führte auch dieses Schreiben zur Ablehnung von israelischen Politikern, die die Ansicht vertraten, daß die israelische Armee nicht das geeignete Forum für "politische Angelegenheiten" sei.

So forderte der frühere Premierminister Ehud Barak die Soldaten auf, ihre Entscheidung "unverzüglich" zurückzunehmen, da sie "ein schwerer Fehler" sei.

"In einer Demokratie gibt es keinen Platz für Verweigerung... Es ist grundlegend, den Kampf gegen die Politik der Regierung in der Öffentlichkeit zu führen", sagte er, als er seine Ansichten über Gewissensentscheidungen klarmachte.

Die Zahl der Unterzeichner ist bisher sicherlich nur symbolisch zu nennen, offensichtlich wächst im israelischen Militär allerdings das Gefühl, daß das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern nicht rechtmäßig ist.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail