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Keine unangenehmen Zahlen bitte!
11.12.2003









Das irakische Gesundheitsministerium hat, anscheinend auf Druck der amerikanischen Besatzer, die Erstellung einer Studie vorzeitig abgebrochen, die die Zahl der während des Krieges getöteten Zivilisten ermitteln sollte, meldete AP am Mittwoch.

Der irakische Gesundheitsminister innerhalb des von den USA eingesetzten irakischen "Regierungsrats" sagte zwar, er habe eine derartige Anweisung nicht gegeben und bestritt sogar, überhaupt Kenntnis von der Studie zu haben, Untergebene verwiesen allerdings auf seine Anweisung.

So sagte beispielsweise Dr. Nagham Mohsen, die Leiterin der Statistikabteilung des Ministeriums, daß die Anweisung von Dr. Nazar Shabandar, dem Leiter der Planungsabteilung des Ministeriums kam, der sich dabei auf Abbas berief. Sie sagte, die amerikanische "Übergangsverwaltung" des Iraks (CPA) war mit der Studie ebenfalls unzufrieden.

"Wir haben die Sammlung dieser Informationen beendet weil unser Minister nicht damit einverstanden war", sagte sie und fügte hinzu, daß "Die CPA nicht will, daß dies getan wird."

Während dieses System der Schuldzuweisung und -ablehnung innerhalb der Behörde noch eine Zeit weitergeht ist doch offensichtlich, daß einzig und allein die USA einen Vorteil von der Einstellung dieser Studie haben.

Hat sich das US-Militär und die amerikanische Regierung bisher schon auf den Standpunkt gestellt, daß "zivile Opfer eben nicht gezählt werden", so ist dies nur die logische Fortsetzung dieser Strategie, um zu verhindern, daß die hohen Opferzahlen öffentlich bekannt werden.

Die Zahl der getöteten Zivilisten wird von der Site IraqBodyCount derzeit auf mindestens 7935 geschätzt. Dabei werden nur nachvollziehbare Meldungen ausgewertet, so daß die wirkliche Zahl noch wesentlich höher liegen dürfte.





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