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"PowerPoint macht blöd"
16.12.2003









Unter diesem Titel veröffentlichte die New York Times am Sonntag einen Artikel, der das Präsentationsprogramm aus dem Hause Microsoft scharf kritisierte.

Unter anderem wird dabei sogar eine Verbindung zur Zerstörung des amerikanischen Space Shuttles Columbia gezogen. Ein Untersuchungsbericht der NASA des Vorfalls besagt, daß sich die amerikanische Raumfahrtbehörde zu sehr auf die Präsentation umfangreicher Daten und Zusammenhänge durch PowerPoint verlassen hat.

Eine entscheidende Präsentation zu den Risiken durch die mögliche Beschädigung durch ein abgefallenes Stück Isolierung war dabei so unübersichtlich, daß es praktisch unmöglich gewesen sei, sie komplett zu verstehen. "Es ist leicht zu verstehen, daß eine Führungskraft diese Präsentation ansehen könnte, ohne daß ihr dabei klar wird, daß es eine lebensbedrohende Situation behandelt", so die Untersuchungskommission.

Durch Einschränkungen des Programms und die dahinterstehende Philosophie, die jede jede Präsentation zu einer Art Werbeprospekt machen, würden Benutzer nach Ansicht von Edward Tufte, einem bekannten Theoretiker der Informationspräsentation, dazu gezwungen, Daten so weit zu beschneiden, bis sie völlig unverständlich würden.

So würde die niedrige Auflösung beispielsweise dazu führen, daß Präsentationen nur um die 40 Wörter enthalten. Das größte Problem ist seiner Ansicht nach aber die Diagrammerstellung. Während Diagramme in Zeitungen durchschnittlich 120 Elemente enthielten, enthalten Diagramme in PowerPoint-Präsentationen zumeist höchstens 12 Elemente.

Microsoft wies die Vorwürfe erwartungsgemäß zurück. Zwar ist es nach Darstellung des Unternehmens durchaus möglich, mehr Daten in einer Präsentation zu zeigen, die Anwender würden dies aber gar nicht wollen, da dies die Zuschauer überfordern würde.

Bei der Präsentation Colin Powells vor dem UN-Sicherheitsrat, als er für den Irakkrieg Werbung machte, indem er die Anschuldigungen wiederholte, der Irak würde Massenvernichtungswaffen besitzen, nutzte er PowerPoint.





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