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Staatsterrorismus
07.12.2003









Der üblichen Definition zufolge ist Terrorismus eine Tat, die von Menschen aus dem Hinterhalt gegen andere Menschen begangen wird, die keine Möglichkeit haben, sich hiervor zu schützen, wodurch die Menschen in Angst und Schrecken versetzt werden.

Läßt man den "Sonderfall", daß jegliche Angriffe auf US-Soldaten im Irak von den USA als Terrorismus bezeichnet werden, außer Acht, so ist ein weiterer Anhaltspunkt die Ermordung unschuldiger Zivilisten.

Am Freitag sind bei einem Bombenanschlag in Baghdad 4 Iraker und ein amerikanischer Soldat getötet worden. Die Bombe war gezündet worden, als ein US-Konvoi vorbeifuhr, gleichzeitig befand sich auch ein vollbesetzter Kleinbus in unmittelbarer Nähe der Bombe, der bei der Explosion zerstört wurde.

Dieser Vorfall wurde allgemein als Terrorismus bezeichnet und obwohl es sich offensichtlich um einen Angriff des irakischen Widerstands handelte, ist das Zünden der Bombe in dieser Situation - die Straße war zu dem Zeitpunkt sehr belebt - absolut nicht zu rechtfertigen.

Am Samstag wurden bei einem Bombenangriff in dem afghanischen Dorf Ghasni 9 Kinder getötet. Dieser Vorfall wird allerdings als "äußerst bedauerlicher Unfall" dargestellt. Der Unterschied zu dem Anschlag in Baghdad: hier wurden die Kinder von einem amerikanischen Kampfflugzeug, einer A-10 "Warzenschwein" angegriffen, weil das US-Militär glaubte, daß sich Mullah Wazir, ein Kommandeur der Taliban, dort aufhielt.

Der amerikanischen Darstellung, daß Wazir bei dem Anschlag ebenfalls getötet wurde, widersprechen Bewohner des Dorfes, die sagen, er hätte das Dorf schon Tage vor dem Angriff verlassen.

Die Ähnlichkeiten beider Vorfälle sind so augenscheinlich - jeweils wurde ohne Rücksicht auf Zivilisten ein zumindest angenommenes, aus Sicht der Angreifer legitimes Ziel, mit Bomben angegriffen, wobei Zivilisten getötet wurden - daß offensichtlich entweder beide als Terrorismus zu bezeichnen sind, oder keiner.

Tatsächlich kann diese Feststellung sowohl Sympathisanten des irakischen Widerstands als auch der amerikanischen Besatzer nachdenklich machen, da eine Ablehnung des einen auch die Ablehnung des anderen bedeuten muß.

Wer andererseits bereit ist, den einen Vorfall als "bedauerliches Mißgeschick" zu entschuldigen, daß "auf dem Weg zum großen Ziel" leider passiert ist, dem dürfte es schwer fallen, diese Rechtfertigung nicht auch dem anderen Vorfall zuzubilligen.





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