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Nicht alles läuft, wie von den USA geplant






Die amerikanische Regierung hatte sich den Einmarsch in den Irak und vor allem die Zeit danach als Spaziergang mit fähnchenschwenkenden Irakern vorgestellt. Zumindest hat sie ihn der Öffentlichkeit immer so verkauft.

Und doch kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, bei denen US-Soldaten in eine Ansammlung von Zivilisten schiessen. Natürlich wurden sie vorher von Unbekannten angegriffen und mußten sich nur verteidigen. Selbst wenn das der Wahrheit entsprechen sollte, bleiben am Ende doch dutzende Zivilisten tot zurück, was die antiamerikanischen Gefühle der Iraker sicher nicht mindert. Die andere Variante, daß einige Soldaten aus welchen Gründen auch immer ausrasten und ein Massaker anrichten ist spätestens seit My Lai leider auch nicht mehr undenkbar.

Aber nicht nur Iraker müssen sich von dem Gedanken an eine "freundliche Befreiungsarmee", so sie denn je daran glaubten, verabschieden, auch die US-Soldaten kommen immer wieder in Situationen, die sie so wohl nicht erwartet hatten.

So mußten heute Major Fadi Petro und Major Chris Herndon vom Office of Reconstruction and Humanitarian Assistance des Pentagons vor einem wütenden Mob mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden.

Sie hatten sich in Ziziya im Haus eines Scheichs mit über 20 zivilen und religiösen Führern getroffen, um den Wideraufbau zu besprechen. Das Treffen selbst soll friedlich verlaufen sein, vor dem Haus des Scheichs Jamal Ali al-Bateekh versammelte sich aber eine protestierende Menge, die anfangs von den Amerikanern nicht einmal ernst genommen wurde als die Rufe "Nein zu den Baathisten!" anfingen.

Das änderte sich, als die Menge anfing, Steine zu werfen. Petro, Herndon, ihr irakischer Führer, eine Reporterin des Boston Globe und ihr Übersetzer flüchteten in ein Nachbarhaus, wo sie ebenfalls angegriffen wurden. Ein Iraker feuerte daraufhin Warnschüsse ab, was die Menschen aber nur noch mehr in Wut versetzte.

Schließlich kletterte die Gruppe über eine Mauer zu einem weiteren Haus, von wo aus es gelang, Hilfe zu rufen. 20 Marines kamen mit gepanzerten Wagen und Cobra-Hubschraubern und brachten die Menschen in Sicherheit.

Die Fahrzeuge der Amerikaner waren von der Menge geplündert und in Brand gesetzt worden. Scheich al-Bateekh pflegte enge Beziehungen zur Baath-Partei.

In einem anderen Fall besuchten US-Soldaten eine Schule, um sich zu erkundigen, wie sie behilflich sein könnten, den Schulbetrieb wieder aufzunehmen.

Die Gespräche wurden nach kurzer Zeit beendet, da die meisten Lehrer vorrangig gegen die Invasion der Amerikaner in ihrem Land schimpften. Einige weigerten sich sogar vollständig, mit den US-Soldaten zu sprechen. Die stellvertretende Schulleiterin Nidal Haider schrie einen jungen Soldaten an: "Verschwindet aus unserem Land! Verschwindet!".








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