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Schöne neue Welt
19.07.2003









Wie AP am Freitag berichtete, hat der Hersteller von implantierbaren Identifikationschips, Applied Digital Solutions Inc. (ADS), am Vortag bekanntgegeben, daß der Verkauf der Chips iim US-Nachbarstaat Mexiko begonnen hat.

Der in den USA bereits seit längerem, dort aber wegen Beeinträchtigung - um nicht zu sagen Aufhebung - der Privatsphäre in der Kritik steht, "VeriChip" genannte, reiskorngroße Chip wird unter lokaler Betäubung in den Arm oder die Hüfte eingesetzt.

Der Chip wird zu einem Stückpreis von 150 US-Dollar verkauft, hinzu kommt noch eine jährliche Gebühr in Höhe von 50 US-Dollar. Die gleiche Technologie wird schon seit mehreren Jahren zur Markierung von Tieren verwendet.

In Mexiko hingegen wird der Chip größtenteils positiv betrachtet. Dort existiert eine wachsende Industrie für die Verbrechensbekämpfung. Entführungen, Überfälle und Betrug werden von vielen Mexikanern als ernsthafte Bedrohung empfunden, so daß sie ständig auf der Suche nach neuen Wegen sind, sich zu schützen.

Die Wahrscheinlichkeit, daß der Chip den Träger vor einem Betrug oder einem Überfall schützt, dürfte zwar gleich null sein, solange die Industrie es aber schafft, die Konsumenten vom Gegenteil zu überzeugen, sollte dies kein Hindernis darstellen.

Der Hersteller betont auch die Vorteile bei ärztlicher Behandlung. Zwar dürfen in den USA aufgrund einer Regierungsanordnung keine medizinischen Daten auf dem Chip gespeichert werden, diese liegen aber in einer externen Datenbank, deren Daten über eine eindeutige Identifikation den einzelnen Chips zugeordnet werden können.

Der Hersteller des "Digital Angel", einer Tochterfirma von ADS, zeigt auf seiner Website deutlicher die gesteckten Ziele.

"Digital Angel ist unschätzbar wertvoll, wenn es um die Lokalisierung und den Schutz all ihrer Geschäftsvermögensteile geht, von Lastwagen über Computer bis zum Personal... jeder - oder alles - dessen Aufenthaltsort und Zustand schnell festgestellt werden muß."

Sprecher von ADS sagten außerdem, daß das Unternehmen dabei sei, eine Technologie zu entwickeln, die es erlauben würde, entführte Personen zu lokalisieren.

Drei Vorstandsmitglieder von ADS - Scott R. Silverman, Richard J. Sullivan und Dr. Keith Bolton - haben sich bereits einen Chip einsetzen lassen. Silverman sagte: "Wir alle drei wollten uns ‚chippen' lassen, um selbst zu erfahren, wie sicher und einfach der Vorgang ist und um der Welt unser vollständiges Vertrauen in den Erfolg dieser aufregenden, lebens-verbessernden Technologie zu demonstrieren."

Es ist allerdings nicht bekannt, ob der Chip wieder entfernt wurde.

Es braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um zu prophezeien, daß diese Technologie, wenn sie verfügbar wird und ein Großteil der Bevölkerung Träger der Chips ist, nicht nur zum Auffinden von Entführungsopfern eingesetzt werden wird.

Gerade auch der Verkauf in Mexiko könnte einen sehr amerikanischen Nutzen haben. Die USA haben seit Jahren große Probleme mit illegalen Einwanderern aus Mexiko. Deshalb wird viel Aufwand getrieben, die Grenze nach Mexiko zu überwachen. Dies würde durch einen großflächigen Einsatz der Chips in Mexiko extrem erleichtert werden.




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