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EU-Beamte haben "Millionen abgezweigt"
10.07.2003









Der britische Guardian berichtete am Donnerstag, daß drei der höchsten Beamten einer Kommission der Europäischen Union vorgeworfen wird, mehrere Millionen Euro veruntreut zu haben.

Die Vorwürfe richten sich gegen den Generaldirektor von Eurostat, Yves Franchet, und zwei seiner Stellvertreter, Daniel Byk und Photius Nanopoulos. Alle drei weisen die Anschuldigungen zurück.

Eurostat ist die Abteilung, die sämtliche Zahlen und Statistiken für die Organisationen der EU erstellt. 720 Menschen sind hier beschäftigt und das jährliche Budget liegt bei 120 Millionen Euro.

Neil Kinnock, der Vizepräsident der Kommission, sagte, er habe "grundlegende und überzeugende Anscheinsbeweise", daß es jahrelang "eine ziemlich ausgiebige Praxis" für Eurostat-Beamte war, öffentliche Gelder in "unvorschriftsmäßigen Rücklagen" oder geheimen Konten in Luxemburg einzuzahlen. Diese Vorgehensweise scheint seiner Aussgae nach weitverbreitet zu sein.

Den Beamten wird vorgeworfen, Kostenvoranschläge von eingeweihten Firmen erhöht zu haben und dann die Differenz abgeschöpft zu haben, als auch, Verträge komplett erfunden zu haben, die meistens einen Wert von mehreren hunderttausend Euro hatten.

Die Kommission hat bereits alle 58 Verträge mit einem französischen Beratungsunternehmen ausgesetzt und untersucht derzeit weitere Vertragsnehmer.

Franchet, dessen Posten am Mittwoch endgültig neu besetzt worden ist, hatte ein geschätztes Jahresgehalt von 190.000 Euro.

Kinnock deutete an, daß die Beamten argumentiert hatten, daß sie die geheimen Bankkonten brauchten, um "die Mittel und die Flexibilität zu haben, um den Job zu erledigen".

Diese Aussage ist bei einem Geheimdienst vielleicht noch nachvollziehbar, wenn auch nicht entschuldbar, bei einer Abteilung, die nur der Aufbereitung von Zahlen dient, ist sie aber absolut inakzeptabel.

Kinnock gab zu, daß es erste Hinweise auf diese Vorgänge bereits im Jahr 1997 gegeben hat.

Der Gesamtschaden dürfte noch höher ausfallen als "nur" die bei Seite geschafften Gelder, da die eingeweihten Firmen als "Ausgleich" für ihre Mithilfe vermutlich ebenfalls überhöhte Preise verlangt haben.




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