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Zu dumm, um Mutter zu sein?
24.07.2003









Wie Reuters am Donnerstag berichtete, wurden die beiden Kinder der Norwegerin Svanhild Jensen weggenommen, weil sie bei einem Intelligenztest zu schlecht abgeschnitten hatte.

Die zwei ein und drei Jahre alten Töchter der 24-Jährigen waren von Sozialarbeitern zu einer Pflegestelle gebracht worden, nachdem die Mutter bei einem Intelligenztest nur 53 Punkte erreicht hatte.

Freunde und Nachbarn sagten, sie wäre eine gute Mutter und sehr wohl in der Lage für ihre Kinder zu sorgen, hierfür spricht auch die Tatsache, daß sie, bevor sie die Kinder bekam, in einem Kindergarten gearbeitet hat.

Intelligenztests werden in Norwegen häufiger eingesetzt, wenn überprüft werden soll, ob Eltern in der Lage sind, für ihre Kinder zu sorgen.

Ein Gericht bestätigte die Entscheidung, bei einem danach vorgenommenen zweiten Test bei einem unabhängigen Experten erreichte Jensen allerdings 95 Punkte, was mitten im Bereich der 85 bis 115 Punkte liegt, die als "normal" angesehen werden. Der soziale Dienst der Stadt Kvaenangen im nördlichen Norwegen war allerdings der Ansicht, daß die Entscheidung nicht mehr geändert werden könnte, sagte aber, man würde sich der Entscheidung eines Berufungsgerichts beugen.

Nicht genug damit, daß überhaupt auf ein Verfahren wie einen Intelligenztest zurückgegriffen wird, um eine Eignung als Eltern zu überprüfen, offensichtlich läßt sich die Behörde auch weder durch gegenteilige Meinungen noch durch klare Fakten von dem einmal eingeschlagenen Weg abbringen.

Sicherlich ist es sinnvoll, eine Familie zu überprüfen, wenn der Verdacht besteht, daß die Kinder mißhandelt oder vernachlässigt werden, wenn dies aber zu einem bloßen Test der Intelligenz führt, an dessen Ende möglicherweise die Aussage steht "Sie sind zu dumm, um Kinder zu haben", dann ist dies menschenverachtend.




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