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Erneut Schüsse auf Zivilisten
27.07.2003









Wie die Washington Post am Samstag berichtete, sind im Irak erneut Zivilisten von US-Soldaten beschossen worden. Mindestens ein Iraker wurde dabei getötet.

Der 21 Jahre alte Student Anas Basil Hamed ist am Dienstag in Mosul kurze Zeit nach dem Ende des Kampfes, bei dem nach US-Angaben die beiden Söhne Saddam Husseins Uday und Qusay getötet worden sind, von US-Soldaten erschossen worden, erzählten insgesamt acht voneinander unabhängige Augenzeugen.

Eine Gruppe von 40 bis 50 jungen Männern hatte sich kurz nach dem Ende der Kämpfe etwa 150 Meter davon entfernt versammelt, weil sie eine Moschee betreten wollten, um dort zu beten. Hieran wurden sie von US-Soldaten gehindert, weil die Moschee zu nah an den Kämpfen lag. Die Männer wurden daraufhin wütend und einige begannen, mit Steinen zu werfen, so die Berichte der Augenzeugen.

In dem Moment feuerten vier bis acht der Soldaten in die Menge. Dies dauerte nur ein oder zwei Sekunden, Hamed und möglicherweise eine weitere Person wurden aber getötet und drei Menschen erlitten Schußverletzungen.

Bashar Ghanim Hamoodi sagt, er habe gesehen, wie junge Leute Steine nach den Soldaten warfen, die daraufhin "sofort das Feuer eröffneten." Er habe selbst gesehen, daß ein US-Soldat Hamed erschossen hat und ein weiterer junger Mann auf einem Fahrrad ebenfalls getroffen wurde.

Ashad Akram Ahmad, ein Ladenbesitzer, zeigte einem Reporter zwei Einschußlöcher in der Außenwand seines Geschäfts, die nach seinen Angaben vom Dienstag stammen. Das Geschäft ist über 100 Meter von der Villa, wo die Kämpfe stattfanden, entfernt und es gibt keine direkte Schußlinie von dort zu dem Geschäft.

Irakische Polizisten und ein früherer Oberst der irakischen Armee, die eine der Kugeln aus der Wand untersuchten, sagten, daß es sich nicht um eine Kugel aus einer AK-47 handelte, der Waffe, mit der die US-Soldaten aus der Villa beschossen worden waren. Mehrere US-Soldaten, denen die Kugel gezeigt wurde, sagten, sie wäre nicht irakisch, konnten aber keine Aussage machen, aus welcher Waffe sie stammte.

Der Arzt, der den Körper Hameds untersucht hat, Riad Hamdi, sagte, der Student sein von zwei Kugeln getroffen worden, einer in den Bauch und einer in den Mund, die einen Großteil seines Hinterkopfes zerstört hat.

Das US-Militär leugnet, daß Zivilisten von US-Soldaten beschossen worden sind.

Rashid, der Leiter der Moschee, sagte, Repräsentanten des US-Militärs wären in den vergangenen zwei Tagen zwei Mal in die Moschee gekommen um über die Vorwürfe zu sprechen. In beiden Fällen haben sich Bedienstete der Moschee über die Schüsse auf die Zivilisten und den Tod Hameds beschwert, die US-Militärs sagten aber, sie hätten keinerlei Beweise für einen derartigen Vorfall.

Der 32-jährige Cousin Hameds, Moheb Aladdin Sakal, sagte "Wir waren froh, als die Amerikaner nach Mosul kamen. Ich ging zu ihnen und sprach mit ihnen und lud sie in mein Haus ein. Aber seit dem haben sie mein Auto viele Male angehalten und mich durchsucht. Sie zwingen mich, mich auf den Boden zu legen. Sie behandeln mich wie ein Tier.

Und jetzt ist Anas tot. Warum wurde er getötet? Was hat er getan? Ich habe keine Waffen, aber wenn das mein Bruder wäre und ich Waffen hätte, wäre ich nicht still."

Der Vater Hameds sagte am Donnerstag unter Tränen: "Mein Sohn haßte Saddam und er haßte Uday und Qusay. Ich habe sechs Söhne und Anas war der mutigste und intelligenteste. Und sie haben ihn ohne jeden Grund getötet. Auf arabisch sagen wir ‚Gott wird diese Leute richten.'"




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