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Neue amerikanische "Taktiken"
29.07.2003









Angesichts steigender Opferzahlen unter den US-Soldaten wird das Verhalten dieser immer rücksichtsloser und der ursprüngliche Plan, die "Herzen der Iraker zu gewinnen" wurde offenbar endgültig aufgegeben.

Ein Artikel der Washington Post berichtete am Montag über eine neue Art des US-Militärs, Informationen zu erhalten.

Oberst David Hogg, Kommandeur der 2nd Brigade der 4th Infantry Division, sagte es würden nun "härtere Methoden" eingesetzt, um Informationen zu bekommen. In der Nacht zum Donnerstag, so Hogg, nahmen seine Soldaten die Frau und die Tochter eines irakischen Generalleutnants mit und hinterließen die Nachricht "Wenn du willst, daß deine Familie freigelassen wird mußt du dich selbst stellen."

Hogg sieht diese "Strategie" als gerechtfertigt an, da "es eine Geheimdienstoperation mit Gefangenen ist und diese Leute Informationen haben." Am Freitag hat sich der Iraker am Haupttor der US-Basis gestellt, berichtete Hogg.

Diese "Strategie" wird in den meisten Ländern als "Entführung" und "Erpressung" bezeichnet.

Auch Hausdurchsuchungen werden mittlerweile großflächig durchgeführt. Hauptmann Brian Healey, Kommandeur einer Infanterie-Einheit, sagte: "In den vergangenen sechs Wochen sind unsere Patrouillen aggressiver und viel häufiger geworden. Zum Beispiel, statt uns ein Haus vorzunehmen, nehmen wir die ganze Straße."

Jede dieser Hausdurchsuchungen führt zu neuen Fällen von Irakern, die sich durch die US-Soldaten gedemütigt und ungerecht behandelt fühlen.

Nur wenige Zeilen, nachdem Hogg sagte, daß Razzien immer häufiger tagsüber durchgeführt werden, obwohl dies "wegen der Menschenmengen schwieriger" ist, berichtet der Artikel, daß seine Brigade in diesem Monat bereits 60 hochexplosive 155 Millimeter-Granaten verschossen hat.

Ein anderer Kommandeur, der Oberstleutnant Larry Jackson, berichtete, daß US-Soldaten begonnen haben, schwere Maschinengewehre auf Humvees zu montieren, um so besser in "Gassen und anderen engen Wohngegenden" gegen Guerillas vorgehen zu können.

Die Gewaltbereitschaft wächst also weiter. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis ein Iraker das erste Mal die Drohung hört "Wenn du deine Frau lebend wiedersehen willst...", falls das nicht in Wahrheit auch schon passiert ist.

Zumindest ist die Frage, ob die "Koalition" eine Befreiungs- oder eine Besatzungsarmee ist, aber immer leichter zu beantworten.




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